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30.000 chromblitzende Bikes brachten Kärnten zum Vibrieren

Von Alexandra Grass

Wirtschaft

Rund 30.000 chromblitzende Bikes säumten vom 4. bis 8. September die Straßen rund um den Faaker und Wörther See: Zum fünften Mal ging die European Bike Week als europäische Antwort auf Sturgis und Daytona über die Bühne. 40.000 Motorradfreaks, sowohl aus Europa als auch aus Übersee, huldigten vor allem die "große Lady" unter den Maschinen - die Harley - und ließen die Kärntner Region vibrieren.


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Strahlendster Sonnenschein war dem Spektakel und den BikerInnen heuer vergönnt. Leider konnten wir erst Donnerstag Nacht anreisen - mit unserem Custom-Bike-Umbau auf Drag-Star-Basis im "Gepäck". Denn auch andere Bikes - sowohl Umbauten als auch Originale - sind mittlerweile gern gesehen.

Schon das erste "Potter-Potter" am Morgen lockte uns auf die Straße, um die Freiheit auf zwei Rädern genießen zu können. Glück für mich war, dass das von meinem Liebsten prinzipiell abmontierte, weil "optisch störende", zweite Sitzbankerl doch noch im letzten Moment den Weg ins Gepäck gefunden hatte - als Sozius hat man es nicht immer so leicht.

Aber einmal Bikerluft schnuppern und der Tag bekommt eine andere Bedeutung. Und so begibt man sich gerne unter die gutgelaunten Gleichgesinnten. Aus allen Teilen Europas (etwa Italien, Schweiz, Deutschland, Spanien, Frankreich, Niederlande oder auch Polen und Ungarn), aber auch aus Übersee (USA) waren die Motorradfreaks angereist. Sämtliche Altersgruppen und soziale Schichten waren vertreten - alle eint dieselbe Leidenschaft.

Nicht minder individuell wie die Motorräder sind ihre Besitzer. So findet man etwa urige, langbärtige und "langzottelige" Biker genauso wie aus dem Alltagsstress geflohene Managertypen. Erstaunlich ist die doch rasch ansteigende Anzahl an motorradbegeisterten Mädels und Damen, die im Handling der schweren Maschinen oft nicht weniger gut zurechtkommen wie ihre männlichen Pendents.

Eines der absoluten Highlights des Events hat am Samstag stattgefunden: Auf mehr als 45 Kilometern formierten sich rund 17.000 Bikes zur längsten Motorradparade Europas. Unzählige jubelnde Zaungäste säumten die Route, die auch rund um den Wörthersee führte. Begeisterung stand sowohl Touristen als auch den Einheimischen in den Augen geschrieben. Viele gesellten sich mit Kind und Kegel, Großmutter und Großvater, Tisch und Sessel an den Straßenrand, um das Spektakel mitverfolgen zu können. "Des is gewaltig", war nur eine der vielen Wortmeldungen.

Bei sommerlichen Temperaturen starteten wir von der Südseite des Faaker Sees und ein Meer aus Chrom und Stahl machte sich auf den Weg ans Nordufer des Wörthersees und durchgrollte Velden und Klagenfurt - im Süden Maria Wörth und Reifnitz bis hin nach Faak. In Reifnitz musste unsereins aufgrund des bereits quälenden Hungers und - ich gebe es zu - schmerzenden Hinterteils Rast einlegen. Die Biker-Schlange schien kein Ende nehmen zu wollen.

Rund 40.000 Motorradfahrer-

Innen und Fans bevölkerten in diesen Tagen das "Harley Village" und die rund um den Faaker See gelegenen Catering-Zelte und Verkaufsstände. So wurden nicht nur Custom-Teile, sondern auch Ausstattung, Accessoires und Souvenirs feilgeboten. Geführte Touren durch die reizvollen Kärntner Regionen mit ihren zahlreichen Panoramastraßen, Bike-Shows und Live-Konzerte vervollständigten das umfangreiche Angebot.

In ihrer Gesamtheit waren die Tage ruhig verlaufen. Somit hatten die Gendarmeriebeamten nur wenig zu tun und fungierten fast ausschließlich als sichtlich recht gut gelaunte Aufpasser. Die Toleranzschwelle war während der Bike Week höher geschraubt. So wurden etwa helmlos fahrende Biker nicht geahndet.

Im Großen und Ganzen steht eines fest: Der Faaker See sieht uns im nächsten Jahr wieder - dann vielleicht schon mit einer Harley im Gepäck.

Infos: http://www.europeanbikeweek.com