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400 österreichische Firmen in USA

Von Petra Medek

Wirtschaft

Mehr als 400 Unternehmungen aus Österreich haben Niederlassungen oder Töchter in den Vereinigten Staaten. Die USA sind Österreichs größter Überseemarkt und belegen Platz 3 der wichtigsten Handelspartner.


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Laut WKÖ-Chef Christoph Leitl liegen von österreichischen Firmenniederlassungen in den USA vorerst keine Meldungen über Schäden durch die Terroranschläge vor. Auch alle Mitarbeiter in den Außenhandelsstellen und deren Angehörige seien wohlauf und in Sicherheit. Im zerstörten World Trade Center waren keine österreichischen Firmen angesiedelt.

Der Außenhandel mit den USA sei "derzeit unmittelbar nicht gefährdet", betonte Leitl am Mittwoch weiter. Die Warenstruktur sei sehr breit gestreut, sodass kein Einbruch drohe. In der Kammer kann man derzeit nur hoffen, dass in den USA selbst Zuversicht die Oberhand gewinnt. "Die USA sind unser drittwichtigster Handelspartner. Wie es den USA geht, spüren auch wir", betonte Leitl.

In den vergangen Jahren - auch noch während der bereits schwächelnden Konjunkturlage in den ersten fünf Monaten 2001 - hat sich der österreichische Außenhandel mit den USA gut entwickelt. Das Wachstum im US-Geschäft hat stets die gesamte Exportentwicklung übertroffen. Letztes Jahr gab es sogar einen Exportrekord, begünstigt durch den Wechselkurs. 2000 verbuchten österreichische Exporteure in die USA einen Zuwachs von 26,7% (weltweit 15,6%) auf 47,9 Mrd. Schilling (5,41 Euro/74,4 Mrd. Schilling). Die Importe legten um 16,8% auf 56,1 Mrd. Schilling zu.

Bis inklusive Mai stiegen die Exporte in die USA wieder um 13,3%, was dem doppelten Wachstum der heimischen Gesamtausfuhren entsprach. Günstig entwickelt bei den Exporten in die USA haben sich vor allem Lieferungen bei Elektrotransformatoren, Kfz-Motoren und Teilen für die Autoindustrie sowie Stahlrohre, Glaswaren und Zulieferungen für die Flugzeugindustrie. Überdurchschnittliche Import-Zuwächse gab es bei Kfz-Teilen, Flugzeugmotoren, Computern und Telekommunikationsausstattung.

Auswirkungen sind derzeit noch nicht abschätzbar

Die Auswirkungen der Anschläge auf den Geschäftsgang könne man noch nicht abschätzen, so die übereinstimmende Reaktion einiger österreichischer Firmen mit Amerika-Bezug am Mittwoch. Man müsse erst abwarten, wie sich die Situation weiter entwickle bzw. wie die Amerikaner reagieren, lautete der Grundtenor.

Die Katastrophe werde keine ursächlichen Wirkungen auf die eigenen Werke haben, sagte der Sprecher des börsenotierten Baustoffkonzerns Wienerberger, Thomas Melzer, der "Wiener Zeitung". Nicht entziehen könne man sich jedenfalls weitreichenderen Auswirkungen der Anschläge auf die Weltwirtschaft. Wienerberger ist mit der General Shale führend am Vormauerziegelmarkt vertreten. Über den sinkenden Aktienkurs mache man sich bei Wienerberger derzeit keine Gedanken: "Jetzt traut sich eben keiner etwas anzugreifen, das ist eine verständliche Panikreaktion", so Melzer.

Ebenfalls noch keine Auswirkungen sind für den börsennotierten Laakirchener Autozulieferer Miba AG zu spüren. Da es noch zu viele Unklarheiten gebe, müsse man abwarten, hieß es gestern. Beim oberösterreichischen Feuerwehrausrüster Rosenbauer will man die Weiterentwicklung erst beobachten, um die Konsequenzen abschätzen zu können. Auch VA-Tech will die nächsten Tage abwarten. Man habe auf die Ereignisse mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen reagiert, hieß es.