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40.000 Euro für die Hamas

Von Stefan Beig

Politik

Spenden für | Intifada gesammelt. | IGGiÖ war über Gäste informiert. | Wien. Dass mit Adel Doghman ein Terrorverdächtiger von Bundespräsident Heinz Fischer anlässlich des Endes des muslimischen Fastenmonats Ramadan empfangen wurde, sorgte letzte Woche für Schlagzeilen in etlichen Medien. Unter den Gästen befanden sich aber offensichtlich noch weitere Personen, die unter anderem auf der Terrorliste des FBI stehen. So etwa Al Hajj Salih Tartusi und der Islamlehrer Hani Abdelhalim. Gegen Doghman und Abdelhalim ermitteln auch die Staatsanwaltschaft Wien und das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung.


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Den Verdächtigen (für sie gilt die Unschuldsvermutung) wird zur Last gelegt, Spenden an Einrichtungen der Hamas transferiert zu haben. Die Hamas steht auf der Liste terroristischer Organisationen der EU.

Kämpfer rekrutiert

und unterstützt

Dass diese Überweisungen stattgefunden haben, ist mittlerweile unbestritten. Der von Abdelhalim geleitete "Palästinensische Humanitäre Verein - Österreich" (PHV) hat seit 2003 laut eigenen Angaben allein im Monat Ramadan regelmäßig rund 40.000 Euro an das "Al Salah Islamic Committee" in Gaza überwiesen. Al-Salah gilt als eine der größten und am besten finanzierten Einrichtungen der Hamas. Offiziell handelt es sich dabei um ein soziales Hilfwerk. Die Wirklichkeit sieht etwas anders aus. "Hamas benutzt Al-Salah um sein Terror-Programm zu finanzieren", erklärte Adam Szubin vom "Office of Foreign Assets Control" im US-Finanzministerium.

Während der ersten Intifada unterstützte Al-Salah Hamas-Kämpfer. Jugendliche wurden von Al Salah angeworben, indoktriniert und zur Unterstützung der Hamas vorbereitet. Auch Mitglieder des militärischen Flügels der Hamas stellte Al-Salah an.

Bei den Empfängen von Bundespräsident, Kanzler und Wiener Bürgermeister sollen zahlreiche Unterstützer von Al-Salah sowie Mitglieder von islamistischen, zum Teil auch terroristischen Gruppierungen wie den Muslimbrüdern, Hamas und Hizb ut-Tahrir anwesend gewesen sein. Insider sprechen von bis zu 28 Terrorverdächtigen. Die Gästeliste wurde von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) erstellt. Somit waren zumindest Doghman, Tartusi und Abdelhalim für IGGiÖ-Prasident Anas Schakfeh und den IGGiÖ-Integrationsbeauftragten Omar Al Rawi (SPÖ) keine Unbekannten. Es stellt sich die Frage, in wie weit sie über die Ermittlungen gegen die drei Bescheid wussten.