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4.12. - Schicksalstag

Von Gerhard Männl

Leserforum

Am 4.12. werden die Weichen gestellt! Bleiben wir doch auf dem Teppich. 6,3 Millionen Österreicherinnen dürfen einen neuen Bundespräsident wählen, der nach der Realverfassung herzlich wenig darf. Wie viele tatsächlich wählen werden, hängt vielleicht mehr vom Wetter als von der politischen Überzeugung ab; auch wenn es der Politik durch Forcieren der Extremstandpunkte gelungen ist, nicht gähnlich, ähh nicht gänzlich ins Abseits zu geraten; wohin sie sich selbst hineinmanövrieren hat.


Am 4.12. findet auch in Italien ein Referendum statt, bei dem es laut Medien um die unveränderte Verlängerung des Ancien Régime gehen soll.


Ich mache mir nicht die Mühe, im Internet die Anzahl der Wahlberechtigungen bei unserem Nachbar zu suchen. Italien hat 60 Millionen Einwohner. Dagegen wirken wir Österreicher als Europe Player eher bescheiden.


Egal ob ungültig, Hofer, Van der Bellen oder gar nicht gewählt wird, der Ausgang des Referendums in Italien wird vermutlich weitreichendere Folgen für Österreich nach sich ziehen, als unsere eigene Wahl.


Wirklich nachdenklich werde ich aber erst, weil dieses kranke Old Europe noch immer von zig-Millionen als einzige Hoffnung gesehen wird.


Die Menschheit löst keine Probleme mehr. Sie führt in Krisen militärische Kriege oder Wirtschaftskriege. Für viele wird nur mehr die Flucht zum letzten Ausweg. Die Menschheit wurde das Problem.


Irgendwie sitzen wir alle in einem führerlosen Zug ohne Bremsen, der nur durch einen Aufprall zu stoppen sein wird. Trotzdem genießen wir die Aussicht. Und freuen uns - rechts oder links - die richtige Seite erkoren zu haben.