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5 in 5 ist besser als 2 in 15

Von Christian Mayr

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Wer dieser Tage über den berühmten Vorweihnachts-Stress klagt, der sollte besser einen Blick zu den alpinen Ski-Herren machen, um wirklich einen Begriff über dieses Wort zu bekommen. 5 in 5 lautet die griffige Formel, die so manchem Ski-Aficionado derzeit die Haare zu Berge stehen lässt. Fünf Rennen in fünf Tagen stehen nämlich ab Freitag bis Dienstag vor Weihnachten auf dem Programm - inklusive der zwei Trainingstage für die Abfahrt in Gröden sind die Ski-Athleten sogar sieben Tage im Volleinsatz. Nach Super G (Freitag) und dem Abfahrtsklassiker (Samstag) in Gröden geht es am Sonntag traditionell weiter nach Alta Badia zum Riesentorlauf. Neu hinzu kommt nun ebendort am Montagabend ein Parallel-Riesentorlauf, der in den Jahren zuvor außerhalb des Weltcups als Einladungsrennen ("Alpine Rockfest") veranstaltet wurde. Und schließlich steigt dann am Dienstag das vorweihnachtliche Rennfinale mit dem Slalom-Klassiker von Madonna di Campiglio. Bei den Betroffenen sorgt ein derart dichtes Programm naturgemäß für Kritik, etwa bei Athleten-Sprecher Hannes Reichelt: "Da bist du als Allrounder kurz vor dem Burn-out, und man fährt schon vor Weihnachten unseren Sport tot." Allerdings werden mangels Allroundern im Ski-Zirkus kaum Läufer alle fünf Bewerbe fahren - die meisten kommen also höchsten drei, vier Mal zum Einsatz. Und das wirklich Problematische am Weltcup-Kalender sind nicht die Rennen vor, sondern nach Weihnachten. Denn nach 5 in 5 heißt es für die Herren dann 2 in 15. Nach der Abfahrt in Santa Caterina (29. Dezember) geht es erst am Dreikönigstag mit einem Slalom in Zagreb weiter. Just zur Ferienzeit also, wo massig Zuschauer vorhanden wären und die Sportkonkurrenz gering ist - ausgenommen Vierschanzentournee wird praktisch der Betrieb eingestellt. Und das schädigt den Sport mehr als ein einmalig stressiges Rennprogramm.