Zum Hauptinhalt springen

500 Mio. Euro für den Donauausbau

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

+++ Schiff bisher nicht konkurrenzfähig.


Wien. Immer mehr Güter sollen künftig per Schiff transportiert werden. Dieser EU-weiten Strategie soll der am Freitag von Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka präsentierte "Nationale Aktionsplan" Rechnung tragen: 481 Mio. Euro werden in Österreich in den Ausbau der Donauschifffahrt investiert. "Straße und Schiene stoßen an die Kapazitätsgrenzen, auf der Wasserstraße gibt es Reserven", sagte Kukacka vor Journalisten. Die Kosten für den Staat seien damit - verglichen mit dem Autobahnbau oder den Bundeszuschüssen für die ÖBB - gering.

Im vergangenen Jahr wurden 12,5 Mio. Tonnen auf der österreichischen Donau verschifft. Bis 2015 soll das Güterverkehrsaufkommen auf 30 Mio. Tonnen jährlich steigen. Dadurch werde der heimischen Wirtschaft ein "zuverlässiger und kostengünstiger Transportweg zu den Wachstumsmärkten in Südosteuropa und im Schwarzmeer" eröffnet. Güter, die schon heute per Schiff transportiert werden, sind vor allem solche, die in großen Mengen geliefert werden - Papier, Holz und Getreide etwa. Auch schwere Waren wie Transformatoren transportieren Schiffe. Nach wie vor liefern allerdings Lkw den Bärenanteil (2004 waren es 335 Tonnen).

"Nicht zum Spaß"

Für Unternehmen habe sich der Transport per Schiff im Verhältnis zur Fahrtdauer bisher oft schlicht nicht gerechnet, sagt Martin Bratusa vom Transport- und Logistikunternehmen Schenker zur "Wiener Zeitung". Anders würde die Sache aussehen, gäbe es etwa Rollende Landstraßen - Lkw, die auf dem Schiff weitergeführt werden - auch auf dem Wasserweg, regelmäßige Linien und Containerdienste. Das sieht Johannes Angerer von der Spedition Gebrüder Weiss ähnlich: "Güter werden ja nicht deshalb auf der Straße transportiert, weil man so gern Lkw fährt."