600 Millionen Euro für Österreichs Wirtschaft

Von Julian Kern

Wirtschaft

Die Klima- und Transformationsoffensive soll den Weg hin zu einem ökologischen und sozialen Wirtschaftsstandort ebnen.


Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) hat am Dienstag eine neue Förderschiene für Industrie, Klein- und Mittelunternehmen (KMU) präsentiert. Im Rahmen der Klima- und Transformationsoffensive soll es ab sofort bis 2026 rund 600 Millionen Euro der öffentlichen Hand für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Österreich geben. "Es geht um die grüne und digitale Transformation in den nächsten fünf bis zehn Jahren", so Kocher.

300 Millionen Euro gibt es für transformative Unternehmensprojekte: Leistungen, die beitragen, dass die heimische Wirtschaft nachhaltiger, krisenresistenter oder unabhängiger wird. Auch sollen sogenannte "Frontrunner-Projekte" gefördert werden. Damit sind Maßnahmen mit dem Ziel, eine führende Rolle in der Umsetzung neuer Technologien oder Geschäftsmodelle zu übernehmen, gemeint. Die Förderung kann ab sofort bei der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) beantragt werden.

Zusätzlich zu den Angeboten des Arbeitsmarktservice (AMS) stehen zwischen 2024 und 2026 rund 40 Millionen Euro für Weiterbildungsmaßnahmen bereit: "Hier geht es darum, dass Unternehmen Mitarbeiter in dieser Transformation unterstützen können, also die richtigen Kompetenzen entwickelt werden können", sagte der Minister. Anträge dafür können Unternehmen ab Anfang nächster Woche einreichen.

40 Millionen Euro für Weiterbildungsmaßnahmen

Zudem sollen weitere Maßnahmen folgen: "Große Qualifizierungsprojekte für Unternehmen und sogenannte Weiterbildungslabs", so Kocher. Gemeint sind damit Labore, in denen Unternehmen gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Experten Weiterbildungsformate für österreichische Unternehmen entwickeln können. Auch soll es laut Kocher bis 2026 insgesamt 220 Millionen Euro für die Umsetzung der Forschungstätigkeit in die Praxis geben: "Das bereiten wir zum aktuellen Zeitpunkt vor, allerdings hängt das an dem europäischen Beihilferahmen, der derzeit überarbeitet wird." Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, soll ein nationales Förderprogramm aufgesetzt werden, welches den beihilferechtlichen Rahmen für die österreichischen Betriebe maximal ausschöpft.

Ein weiterer Teil der Gelder soll außerdem in ein europäisches Projekt zum Thema Halbleiterproduktion fließen. Gemeinsam mit Frankreich, Deutschland, Italien und dem Vereinigten Königreich soll es Österreich gelingen, in Sachen Mikrochips weniger abhängig von Importen aus den USA und China zu werden. "Insgesamt ist das ein großes Paket. Man kann in gewisser Weise sagen, dass die Klima- und Transformationsoffensive die Antwort Österreichs auf den Inflation Reduction Act der USA ist, weil das tatsächlich eine ähnliche Zielsetzung verfolgt", so Kocher.