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792 Ermordete klagen an

Von Rainer Mayerhofer

Politik

Madrid - Mit dem Dienstag in der baskischen Kleinstadt Zumarraga ermordeten Stadtrat Manuel Indiano steigt die Zahl der bei ETA-Anschlägen seit 1968 Ermordeten auf 792. Allein heuer fielen bereits zwölf Menschen Anschlägen der baskischen Separatistenorganisation zum Opfer, doppelt so viele wie 1998, bevor die ETA ein Waffenstillstandsabkommen ausrief, das im Dezember des Vorjahres für beendet erklärt wurde.


Während zwischen 1968 und 1977 70 Menschen bei ETA-Attentaten getötet wurden, kamen 1978 65, 1979 78 und im bisher schlimmsten Jahr 1980 96 Menschen bei Anschlägen der baskischen Separatisten ums Leben. 30 Tote waren 1981 zu verzeichnen, je 40 in den beiden darauffolgenden Jahren. 1984 wurden bei ETA-Anschlägen 33 Menschen getötet, 1985 37, 1986 41 und 1987 52. Die Zahl der ETA-Mordopfer ging dann Ende der 80-er-Jahre zurück: 1988 auf 19, 1989 auf 18. 1990 waren wieder 25 Mordopfer zu beklagen und 1991 gar 45. 26 Menschen starben 1992 bei ETA-Anschlägen, 1993 waren es 14, 1994 12 und 1995 15. Mit nur 5 Mordopfern war 1996 eines der "ruhigsten" Jahre, 1997 waren dann wieder 13 Mordopfer zu verzeichnen, ehe im Jahr 1998 die Zahl der Attentatsopfer wieder auf 6 zurückging.

Im Waffenstillstandsjahr 1999 gab es zwar insgesamt 390 Anschläge - zumeist Brandbomben auf Geschäfte Wohnungen und öffentliche Verkehrsmittel - doch war glücklicherweise kein einziger Toter zu verzeichnen.

Nachdem die ETA am 28. November 1999 mit Datum 3. Dezember die Waffenruhe aufgekündigt hatte, gab es am 21. Jänner bei einem Autobombenanschlag auf einen hohen Militär in Madrid das erste Mordopfer des heurigen Jahres.