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800 Millionen Schaden

Von Siobhán Geets

Politik

Dänemark wurde Opfer eines riesigen Steuerbetrugs.


Kopenhagen. Dänemark steht vor dem größten Steuerbetrug seiner Geschichte. Dem Staat sind seit 2012 vermutlich mehr als 800 Millionen Euro entgangen. Wie die Finanzverwaltung erklärte, haben die Behörden eines anderen Landes auf den Fall aufmerksam gemacht. Welches Land den entscheidenden Tipp gegeben hat und welche Firmen möglicherweise in den Betrug involviert sind, wollten sie nicht verraten.

Die Betrüger nutzten die Regelung, wonach Börsengewinne von Firmen, die in Dänemark normalerweise mit 27 Prozent besteuert werden, ganz oder teilweise rückerstatten werden. Voraussetzung ist, dass diese Steuer auch im Land des Firmensitzes besteht und dieser Staat ein Steuerabkommen mit dem Dänemark abgeschlossen hat. Der Betrug entstand offenbar durch "ungerechtfertigte Rückzahlungen" und umfasst 2120 Anträge.

Die Chancen, das Geld jemals wiederzusehen, stehen schlecht, denn die Betrüger nutzten das Online-Portal der dänischen Steuerbehörde für ihre Falschangaben: Sie füllten ein bestimmtes Formular aus, gaben erfundene Aktien an und luden gefälschte Dokumente hoch.

Angaben nie überprüft

Der Betrug hätte verhindert oder zumindest früher erkannt werden können, wenn die Steuerbehörde die Angaben über die angeblich erworbenen Firmenanteile überprüft hätte. Nach Angaben des Onlineportals "EU-Observer" haben die Betrüger große Firmen wie die Danske Bank und Novo Nordisk für ihre falschen Angaben missbraucht.

Sich das Ausmaß des Schadens vorzustellen, dürfte den Dänen nicht allzu schwer fallen: Nach Angaben des Onlineportals "EU-Oberserver" entspricht er dem gesamten Jahresbudget des dänischen Kulturministeriums.