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9/11-Angeklagter bekennt sich schuldig

Von WZ Online

Politik

Der einzige in den USA wegen der Terroranschläge vom 11. September Angeklagte hat sich am Freitag schuldig bekannt. Der in Marokko geborene Franzose Zacarias Moussaoui erklärte weiter, er verstehe, dass er dafür zum Tode verurteilt werden könne. Richterin Leonie Brinkema akzeptierte das Schuldeingeständnis. Moussaoui ist damit die einzige Person in den USA, die wegen der Anschläge vom 11. September schuldig gesprochen wurde.


Moussaoui war am Freitag im Gegensatz zu früheren Auftritten vor Gericht zurückhaltend und antwortete ruhig auf die Fragen der Richterin. Brinkema fragte ihn bei allen sechs Anklagepunkten: "Wie plädieren sie?" und Moussaoui erklärte jedes Mal: "Schuldig." Das Gericht akzeptiere die Schuldeingeständnisse in den sechs Anklagepunkten, erklärte Richterin Brinkema. Sie fragte auch den einzigen Anwalt, mit dem Moussaoui in den vergangenen Wochen reden wollte, Alan Yamamoto, ob er zufrieden damit sei, dass dieser verstehe, was er tue. Yamamoto erklärte, die Anwälte seien da anderer Ansicht als Moussaoui. Aber dieser habe erklärt, dass er wisse, was er tue.

Nur Stunden zuvor hatten seine Anwälte seine Zurechnungsfähigkeit in Zweifel gezogen. Sie erklärten in einer Eingabe an der Gericht, ihr Mandant sei nicht in der Lage, ein Schuldeingeständnis für ein Verbrechen abzugeben, für das es die Todesstrafe gebe. Brinkema hatte selbst am Mittwoch mit Moussaoui gesprochen, um sich ein Bild von dessen geistiger Zurechnungsfähigkeit zu machen. Sie erklärte anschließend, sie halte ihn für prozessfähig und setzte die Anhörung für Freitag an.

Die US-Regierung wirft Moussaoui terroristische Verschwörung vor. Er soll als einer der Todespiloten des 11. Septembers vorgesehen gewesen sein, saß jedoch damals in Haft. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war Moussaoui in die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon eingeweiht. Bisher hatte er zwar eine al-Qaeda-(Al-Kaida-)Mitgliedschaft und Verbindungen zu Osama bin Laden eingeräumt. Eine Verwicklung in die Verschwörung des 11. Septembers hatte er jedoch strikt zurückgewiesen.