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A Glas’l trinken und es is gess’n

Von Ina Weber

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Kurz vor Mitternacht fiel von Moderator Benny Hörtnagl in der ORF-Talksendung "contra" der entscheidende Satz: Wie würde eine Party ohne Alkohol aussehen? Die Vorstellung wurde zwar schon so oft bemüht, wie der "Krieg, wo keiner hingeht", doch birgt sich darin angesichts der tretmühlenartigen Wiederholung der Themen im Fernsehen doch ein wenig Würze. Wie wäre das Leben in Situationen mit Alkohol - dann ohne Alkohol? Oder wie wäre das Leben in Situationen ohne Alkohol - dann mit Alkohol?

Zunächst einmal wäre in einem Leben ohne Alkohol an diesem Dienstagabend das ORF-contra-Studio leer - da es darüber nichts mehr zu diskutieren gäbe. Das ständig bis zur Penetranz eingeblendete Bild von einem beschädigten Auto - damit sich der Zuseher auch wirklich vorstellen kann, was mit einem Auto passiert, wenn es von einem alkoholisierten Lenker zu Schrott gefahren wird - wäre nicht zu sehen. Schauspieler Dietmar Chmelar, der sich zu Recht um die vielen unglücklichen Menschen Sorgen macht, könnte ruhiger schlafen. Das monegassische Brautpaar Charlene und Albert II. hingegen würde mit Rausch wachgeküsst. Sie würden die Arme in die Höhe reißen und laut schreiend für ein Abenteuer zu zweit ihr kleines Land verlassen. Wirtschaftskammer-Boss Christoph Leitl würde beim "Report"-Interview in Tränen ausbrechen, wäre er alkoholisiert. Seit langer Zeit setzt er sich für eine Bildungsreform ein - doch niemand hat auf ihn gehört. Bei Finanzministerin Maria Fekter wäre - ob betrunken oder nicht - wohl keine Wesensveränderung spürbar. Und beim ÖVP-Fest in Laxenburg hätte es ohne dem versöhnenden Glas’l sicher keine Umarmung mit den aufmüpfigen steirischen Kollegen gegeben.