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A-Tec-Boss Kovats bei ATB-Deal kaltgestellt

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Richter erhebt schwere Vorwürfe gegen Mirko Kovats - der dementiert.


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Wien. Rund um den Verkauf der A-Tec-Division ATB Austria Antriebstechnik an die chinesische Wolong-Gruppe dürften in den vergangenen Tagen die Fetzen geflogen sein. Anders ist der brisante Gerichtsbeschluss des Insolvenzrichters Rudolf Winter nicht zu interpretieren, der schon am vergangenen Montag ausgestellt, aber erst am Freitag - nur auszugsweise - in der Ediktsdatei des Justizministeriums veröffentlicht wurde.

Die Vorwürfe im Original

Winter hat A-Tec-Boss Mirko Kovats, der A-Tec sowie den Stiftungen von Kovats und seinem Partner Christian Schmidt mittels einer sogenannten Sicherungsmaßnahme verboten, den Verwertungsprozess bzw. den Verkauf "durch überzogene, den tatsächlichen Wertverhältnissen nicht entsprechenden Kaufpreisforderungen für den Sechs-Prozent-Anteil an der deutschen ATB Nordham zu stören". Dieser Anteil gehörte der KPSK GmbH um Kovats. Laut Gericht besaß KPSK diesen ATB-Anteil zur Vermeidung von Grunderwerbssteuern. Demnach hätte der mittlerweile erfolgte Verkauf an Wolong am vergangenen Montag noch scheitern können. "Dr. Mirko Kovats versucht, nach Scheitern der Gesamtverwertung mit dem von ihm bevorzugten Interessenten die Verwertung durch den Treuhänder zu verhindern und sich, wirtschaftlich gesehen, die Enthaltung von Störungen des Verkaufsprozesses oder die Mitwirkung am Verkaufsprozess so teuer wie möglich abkaufen zu lassen", heißt es im Gerichtsbeschluss. Für den Anteil an ATB Nordenham soll Kovats drei bis vier Millionen Euro gefordert haben, sowie die Zahlung von 3,5 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber der A-Tec Immobilienvermietung GmbH und die Refundierung eines Zwei-Millionen-Euro-Zuschusses zum Sanierungsverfahren. Der Anteil an ATB Nordham wurde dann um 1,5 Millionen Euro an Wolong verkauft.

Vorwürfe bestritten

"ATB wurde erfolgreich und nur dank meiner Mitwirkung verkauft", kontert A-Tec-Boss Kovats. "Die Vorwürfe sind falsch. Der Gerichtsbeschluss ist falsch und wird beeinsprucht. Ich frage mich, wer diesen Pfusch verfasst hat."