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A-Tec: Kovats bleibt trotz Prozess

Von Dieter Friedl

Wirtschaft

Weitere Zukäufe werden angepeilt. | Wien. Der heimische A-Tec-Konzern mit der Galionsfigur Mirko Kovats an der Spitze ist immer wieder für Überraschungen gut. Nachdem bekannt wurde, dass Kovats im September vor Gericht stehen wird, meinte Anlegerschützer Wilhelm Rasinger (Kovats klagt diesen nun wegen Rufschädigung), dass sich der Industrielle vorübergehend aus der Geschäftsführung zurückziehen sollte. Der A-Tec-Aufsichtsrat sieht jedoch keinen Grund zum Handeln und steht geschlossen hinter Kovats.


Es wird aber darauf hingewiesen, dass die Führungsstruktur im Konzern in den letzten Monaten ausgeweitet wurde, man verfüge bereits über 18 Vorstände in den verschiedensten Bereichen mit genau definierten Geschäftsfeldern, womit die Handlungsfähigkeit auch in schwierigen Situationen gewährleistet sei.

Was die kapitalmäßige Ausstattung des Konzerns betrifft, sieht man zwar keine Probleme, versucht aber zu frischem Kapital zu kommen. Denn allein für Aktienkäufe bei der Norddeutschen Affinerie (NA) und der belgischen Cumerio wurden rund 300 Mio. Euro benötigt, die über Eigenkapital und Kredite finanziert wurden.

Damit die Kriegskasse, aber auch die Eigenkapitalquote gestärkt werden, sollte eine Hybridanleihe in Höhe von 400 Mio. aufgenommen werden.

Börsegang geplant

Diese Maßnahme wurde jedoch kurzfristig abgesagt, weil man nicht bereit war, die dafür geforderte Verzinsung von rund 9 Prozent zu akzeptieren. Die Anleihepläne könnten vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt verfolgt werden, aber man habe ja auch die Möglichkeit weitere Kredite aufzunehmen, da man ein gefragter Kunde sei. Darüber hinaus ist geplant, Kapital durch einen weiteren Börsegang aufzunehmen. Der Streubesitz soll von derzeit 32,8 auf rund 50 Prozent steigen. Der letzte Börsegang spülte bei einem Ausgabekurs von 100 Euro rund 200 Millionen in die Kassen der Altaktionäre und des Konzerns. Derzeit liegt der Aktienkurs um über 70 Prozent höher.

Geld wird man weiter brauchen, um im Poker um die Schaffung eines europäischen Kupferkonzerns reüssieren zu können (siehe nebenstehenden Artikel). Derzeit hält man an der NA 15 Prozent und an Cumerio 25 Prozent. Damit Kovats seine Pläne durchziehen kann, möchte man das Aktienpaket bei NA auf knapp unter 30 Prozent aufstocken, um das Heft in der Hand zu haben. Dabei geht es um gewaltige Größenordnungen. A-Tec macht heute einen Umsatz von etwa 2,7 Mrd. Euro, 2008 könnte es 3,5 Mrd. sein.

Einsparungspotenzial

Auf die Kupfersparte entfallen dabei etwa 550 Mio. Euro, die NA macht einen Umsatz von 5,8 Mrd. Cumerio liegt bei 3,5 Mrd. Euro. Speziell bei der NA ortet die Kovats-Gruppe ein hohes Einsparungspotenzial, das man heben möchte. Dafür muss man aber das Sagen haben.