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A-Tec-Pleite: Kovats will sich beim Emco-Verkauf einmischen

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Kovats wird in Eigenregie mit "Käufern" verhandeln - Konflikt ist programmiert.


Wien/Hallein. Rund um den Abverkauf der Teilsparten der insolventen A-Tec Industries AG um Mirko Kovats bahnt sich ein massiver Konflikt an.

Nachdem die unverbindlichen Angebote für den Werkzeugmaschinenbauer Emco eingelangt sind, startet A-Tec-Treuhänder Mathias Schmidt die nächste Runde im Verkaufsprozess. Ab heute, Freitag, erhalten die zwölf Emco-Interessenten eine Managementpräsentation und sie können das Werk besichtigen. Ursprünglich hatte der Treuhänder nur zehn Interessenten auf der Shortlist.

"Es sind dafür insgesamt sechs Tage vorgesehen", sagt Schmidt zur "Wiener Zeitung". Am 13. Dezember wird diese Verkaufs-Roadshow abgeschlossen. Schmidt ist guter Dinge, was den Verkauf betrifft. Als Verkaufspreis werden dem Vernehmen nach rund 30 Millionen Euro angepeilt. Insider schätzen den Nettowert aber nur auf 22 bis 25 Millionen Euro.

Kritische Situation

Indes will A-Tec-Boss Mirko Kovats in Eigenregie Gespräche mit potenziellen Emco-Käufern beginnen, die er in zehn Tagen zu sich nach Wien einlädt. Denn Emco-Gesellschafter Kovats pocht auf ein angeblich verbrieftes Vorkaufsrecht, das der Treuhänder in Abrede stellt. Dieses treffe auf die Altgesellschafter, aber nicht auf Kovats zu. "Ich habe kein Interesse, meine Anteile zu verkaufen, und es kann mich auch niemand dazu zwingen", sagt Kovats zur "Wiener Zeitung". "Ich lade alle Interessenten ein, sich bei mir zu melden und mit mir Gespräche zuführen, die nicht zu einem Verkauf meiner Anteile, sondern zu einer Aufstockung meiner Anteile führen."

Und Kovats stellt dem Treuhänder, der ihm jede Störung des Verkaufsprozesses per Gerichtsbeschluss untersagen ließ, die Rute ins Fenster.

"Wenn eine Transaktion ohne meine Zustimmung und mein Einverständnis stattfindet, ist kurzfristig keine Rechtssicherheit gegeben", sagt Kovats zur "Wiener Zeitung". Denn Kovats wird in Sachen Vorkaufsrecht eine Feststellungsklage einbringen, und bis das Oberlandesgericht Wien eine Entscheidung fällt, wird viel Zeit ins Land ziehen.

"Der Gesellschaftsvertrag gibt mir gewisse Rechte", sagt Kovats. "Mein Interesse ist, einen Prozess zu fördern, der alle Interessenten und auch die Interessen des Treuhänders unter einen Hut bringt."