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A-Tec-Pleite: Kovats will Verkauf von Emco an Chinesen verhindern

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Treuhänder hat Klage gegen Kovats eingebracht. |Gericht soll dessen angebliches Emco-Vorkaufsrecht untersagen.


Wien/Hallein. Im Insolvenzverfahren der A-Tec Industries AG um Mirko Kovats steht der nächste Akt auf der Tagesordnung.

Heute, Mittwoch, müssen die Interessenten für den Werkzeugmaschinenbauer Emco verbindliche Kaufangebote abgeben. Seit dem 2. Dezember hatten sie die Möglichkeit, das Werk in Hallein samt Managementpräsentation zu besuchen. Unter den Interessenten sind ein chinesisches und ein koreanisches Unternehmen, aber auch österreichische Betriebe. Zugleich wird kolportiert, die Chinesen würden einen "Überpreis" von 30 Millionen Euro zahlen.

Wie berichtet, soll der Verkauf im Idealfall 30 Millionen Euro einspielen, einzelne Interessenten und A-Tec-Boss Mirko Kovats beziffern der Eigenkapitalwert von Emco nur mit etwa 13 Millionen Euro. Denn der Käufer muss auch 67 Millionen Euro an Verbindlichkeiten übernehmen. Dazu kommt, dass Emco bis Jahresende zwar zehn Millionen Euro an Barem haben wird, aber das sei gebundenes Kapital. Fünf Millionen Euro sollen für zusätzlichen Steueraufwand und fünf Millionen Euro für Garantien benötigt werden.

Treuhänder ist gewappnet

A-Tec-Treuhänder Mathias Schmidt ist guter Dinge. Er geht im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" davon aus, dass verbindliche Angebote zur Endverhandlung einlangen werden. Im bevorstehenden Emco-Rechtsstreit mit Kovats hat er beim Handelsgericht eine sogenannte negative Feststellungsklage eingebracht.

Untermauert von zwei Rechtsgutachten will Schmidt vom Gericht festschreiben lassen, dass Kovats tatsächlich kein Aufgriffsrecht, sprich kein Vorkaufsrecht, für die Emco-Gesellschaftsanteile hat, wie der A-Tec Boss behauptet. Indes hat Kovats selbst am vergangenen Sonntag ein Treffen mit Emco-Investoren abgehalten. "Es gab sehr interessante Gespräche" sagt Kovats zur "Wiener Zeitung", Teilnehmer will er keine nennen. Jedenfalls ist er im Bilde, wer beim Kauf mitmischt.

"Der eine Chinese ist bereit, einen extremen Überpreis zu zahlen, weil er die Technologie absaugen und in zwei, drei Jahren den Standort schließen wird", behauptet Kovats. "Dadurch rechnet sich ein Überpreis von 30 Millionen Euro. Zurück bleibt eine Ruine." Nachsatz: "Ich werde eine chinesische Transaktion mit allen Mitteln verhindern. Mir liegt der Standort Hallein am Herzen, ich werde alles tun, damit der Standort in der jetzigen Größe erhalten bleibt."

Zugleich setzt der A-Tec-Boss, der als rechtlichen Sekundanten den Wiener Anwalt Gabriel Lansky engagiert hat, darauf, dass bis zur gerichtlichen Klärung seines Vorkaufsrechts der Deal wackelt. Kovats: "Eine Transaktion gegen mich wird nicht möglich sein. Das wäre für einen Käufer höchstes Risiko." Detail am Rande: Robert Salfenauer, früher Rechtsabteilungsleiter von A-Tec, werkte vor Kurzem noch für den A-Tec-Verkäufer Schmidt. Jetzt ist Salfenauer Rechtsanwaltsanwärter in der Kanzlei Lansky & Ganzger, die Kovats gegen Schmidt vertritt.