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A-Tec-Verkauf könnte Rechtsstreit auslösen

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Hinter den Kulissen wappnet sich eine Anwaltsschar gegen den Treuhänder.


Wien. Die Verwertung der drei Divisionen der insolventen A-Tec Industries um Mirko Kovats könnte sich schwieriger erweisen als erwartet. Denn hinter den Kulissen des geplanten Verkaufs durch den Treuhänder Mathias Schmidt werden die Messer gewetzt. "Es besteht derzeit die Möglichkeit, dass ein Riesen-Rechtsstreit entbrennt", sagt ein Insider aus dem A-Tec-Umfeld zur "Wiener Zeitung". "Die A-Tec ist nach wie vor der Eigentümer der drei Divisionen ATB, Brixlegg und Emco und es gilt zu klären, ob der Treuhänder beim Verkauf nicht mit den Eigentümern Rücksprache halten muss. Denn es handelt sich nur um eine Ermächtigungstreuhand." Nachsatz: "Wir wollen auch einen Verkauf zur Unzeit verhindern." So will der A-Tec-Aufsichtsrat noch diese Woche eine Sitzung einberufen, in der vom Treuhänder abgeklärt werden soll, welche Rolle der Aufsichtsrat nun einnimmt. Denn der Aufsichtsrat will sich gegen etwaige Haftungsansprüche absichern.

Zugleich bedeutet das auch, dass der Aufsichtsrat mögliche Haftungsansprüche gegen den Treuhänder auslotet. Dem Vernehmen nach wird auch bezweifelt, dass der gesamte Erlöse aus dem Verkauf tatsächlich den Gläubigern gehören wird. Im Insolvenzrecht sei das nicht geregelt, heißt es aus dem A-Tec-Umfeld. Indes werden laut Sanierungsplan sämtliche Erlöse, auch wenn sie die geforderte 47-Prozent-Quote übersteigen, den Gläubigern zu fließen. "Die Rolle des Treuhänders ist nicht einfach, wir haben wenig Erfahrung mit Treuhandverfahren", sagt Gerhard Weinhofer von Creditreform. "Eine schnelle Verwertung ist die vernünftigste Lösung. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt."