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A21: Chaos war endlich groß genug, um Konsequenzen daraus zu ziehen

Von Christian Rösner

Analysen

Es ist nicht alltäglich, dass auf einer Strecke von 21 Kilometern rund 5000 Fahrzeuge hängenbleiben, wie das vergangene Woche auf der A21 der Fall war. Trotzdem folgt ein derartiges Chaos auf den Autobahnen nach den ersten Schneefällen der Saison wie das Amen im Gebet - Jahr für Jahr. Und Schuld daran sind meist nur einige wenige, die es verabsäumt hatten, ihre Fahrzeuge wintertauglich umzurüsten.


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Je größer die Katastrophe, desto lauter fällt danach bekanntlich der Ruf nach Konsequenzen aus. Und 5000 hängengebliebene Fahrzeuge, eine vorübergehende Totalsperre der Autobahn sowie der Einsatz von rund 150 Rettungskräften, die 19 Stunden lang 3000 Portionen Essen und 800 Decken im Schneetreiben entlang der A21 verteilten, führten immerhin zur "internen Evaluierung" der Asfinag am Wochenende.

Ein Maßnahmenkatalog wurde erarbeitet, der nun dem Verkehrsministerium als Entscheidungsgrundlage dienen soll. Erste Erkenntnisse der Evaluierung: "In Zukunft sollen früher eine Kettenpflicht angeordnet und nötigenfalls rascher eine Autobahn-Sperre verhängt werden", so die Asfinag am Montag.

Auch auf politischer Ebene einigte man sich rasch: Verkehrsminister Werner Faymann stimmte dem Vorschlag der ÖVP zu, eine verpflichtende Winterausrüstungspflicht einzuführen. Auch die Vorverlegung der Kettenpflicht für Lkw scheint fixiert. Und NÖ Landes-Chef Erwin Pröll kündigte an, dass die für Lkw-Kontrollen nötigen Plätze entlang der Autobahnen ausgebaut werden sollen.

Einsicht kommt besser spät als nie. Das täuscht aber nicht über die Fehler hinweg, die begangen wurden. Laut ÖAMTC habe man nämlich auf die Stunde genau gewusst, wann der heftige Schneefall einsetzen würde und trotzdem keine Maßnahmen gesetzt. Man hätte zum Beispiel zeitgerecht auf Ausweichrouten über die S33 und S5 aufmerksam machen können, so ein ÖAMTC-Verkehrsjurist. Und nach wie vor würde die Asfinag der Polizei die Schuld geben; schließlich obliegt ihr die Kontrolle über der Verkehrstauglichkeit der Fahrzeuge.

Aber wie gesagt, je größer die Katastrophe, desto lauter der Ruf nach Konsequenzen: Die Asfinag lädt heute, Dienstag, wieder zu einem Gespräch mit den Einsatzkräften, zu dem auch - erstmals - die Autofahrerclubs kommen sollen. Und genauso erstmals soll gemeinsam darüber beraten werden, wie man künftig derartige Pannen vermeiden kann. Seite 14