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Von Ina Weber

Kommentare
Ina Weber.

Der Equal Pay Day war gestern. Ein Kommentar dazu ist einen Tag zu spät, meinen Sie? Nun, dieser Kommentar erscheint heute aus mehreren Gründen. Erstens ist der Spruch "besser spät als nie" traurige Wahrheit für uns Frauen. Denn ob wir für mehr Anerkennung, gerechtere Löhne oder für Frauenrechte im Allgemeinen kämpfen, es mag spät sein, aber es tut sich was.

Zweitens haben sich die Medien dazu jenseits der trockenen Berichterstattung im Kommentarbereich vornehm zurückgehalten. Der ORF diskutierte am Dienstag in der Diskussionssendung "Contra. Der Talk" lieber über Jugendgewalt, der "Club 2" heute über Umweltfreundlichkeit. Auch die Privatsender halten sich zurück.

Drittens gibt es noch immer Frauen, die gegen eine Frauenquote sind. Da fällt uns so manches nicht einmal mehr auf: sechs männliche soeben verkündete Nobelpreisträger, deren Ernennung wiederum von einem Mann als "weise und klug" bestätigt wurde. Dieser Mann ist Teil einer Mannschaft, die wiederum von einem Mann geleitet wird, der in einem Land lebt, welches vorwiegend von Männern regiert wird.

Viertens ist es dem Anschein nach den meisten schon egal. Die kurz gehypten Symbol-Tage, wie der Equal Pay Day, ab dem die Frauen für den Rest des Jahres gratis arbeiten, vergehen so schnell, wie einzelne Tage nun einmal vergehen. An Forderungen und Ideen erinnert man sich am Tag darauf schon nicht mehr. Es müssten endlich Taten gesetzt werden, um den Worten wieder Glauben schenken zu können. Und deshalb, für alle, die es seit heute Früh schon nicht mehr wissen, dieser Kommentar.