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Aberwitziger "Buddy Holly"

Von Francesco Campagner

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So garstig muss das Wetter gar nicht sein, um am Wochenende aus dem potenziellen TV-Zuseher einen aktiven Fernseh-Konsumenten zu machen. Die politische Lage zwingt zu regelmäßigen Blicken auf den Teletext und zum Ansehen der verschiedenen Ausgaben der "Zeit im Bild". Die Sendung, die es mir jedoch abseits der Poltik am meisten angetan hat, zeigt im Free-TV nur der ORF (ein Kompliment an dieser Stelle) samstags zur Mittagszeit. "Ein Witzbold namens Carey", so der deutsche Titel der "Drew Carey Show", ist eine jener Sitcoms, der im deutschsprachigen Raum noch kein wirklicher Durchbruch gelungen ist. In den USA sorgt Hauptdarsteller Carey allerdings für Furore. Das Markenzeichen der Sendung ist ein durchaus aberwitziger Humor ohne jegliche Moral-Schranken sowie ein Hauptdarsteller, der an einen zu dick geratenen Buddy Holly erinnert, und eine füllige Gegenspielerin mit dick aufgetragenem Make-up und unmöglicher Bekleidung.

Regelmäßig schafft es die "Drew Carey Show" in den USA auf die Liste der Sitcoms mit den meisten obszönen Ausdrücken, ein Umstand, der aus europäischer Sicht eher verwundert. Doch Drew Carey und sein Team haben sich mit den Regeln des US-Show-Business nicht nur angefreundet, sie spielen sogar hemmunglos damit. Es gibt Folgen mit absichtlichen Fehlern, mit Gewinnrätseln - und sogar eine Live-Sendung jährlich. Ernsthaft ist die "Drew Carey Show" in keinster Weise, doch das neckische Spiel mit der moralischen Entrüstung ist enorm amüsant.