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Abgabedruck an der Wiener Börse

Von Hans Almer

Wirtschaft

Der österreichische Aktienmarkt hat in der abgelaufenen Börsenwoche sukzessive Terrain eingebüßt. Freitagnachmittag hat sich der Abgabedruck massiv verstärkt, sodass der ATX im Einklang mit den anderen Börsen in Euroland noch einmal einen Ruck nach unten machte. Die internationalen Finanzplätze standen im Bann der US-Präsidentschaftswahlen.


Die europäischen Aktienbörsen bröckelten mangels positiver Signale und angesichts des erneut sehr schwachen Euro deutlich ab, wobei sich das Tempo des Abwärtstrends zum Wochenschluss noch erhöht hat. Schwer unter Druck geraten sind in der vergangenen Woche einmal mehr die Wachstumsmärkte, was auch bei den in Wien gelisteten Titeln der New Economy weitere markante Verluste auslöste. Einzelne ausgewählte Standardwerte, wie etwa die auf Rekordkurs befindliche OMV oder die heimischen Brau-Aktien, konnten sich dem Abwärtstrend entziehen und verbuchten starke Kursgewinne. Der ATX wurde zum Ende der Freitag-Sitzung nach ausgesprochen schwachem Wochenschluss mit 1.115,87 Punkten errechnet und ist im Wochenverlauf um 1,6% abgesackt. Im Vergleich dazu hat der DJ Euro Stoxx als Indikator für die Börsen in Euroland im selben Zeitraum fast 3% eingebüßt, bröckelte der deutsche DAX sogar um 4% ab. Der ViDX als Indikator für die in Wien gelisteten Wachstumswerte ist in der vergangenen Woche um fast 8% zurück gegangen. Die in Wien gelisteten Titel der New Economy haben damit die schon seit Wochen gezeigte rasante Talfahrt fortgesetzt und lagen voll im Trend der anderen Wachstumsmärkte. Die Easdaq und der Neue Markt sackten im Sog der markanten Verluste an der Nasdaq sogar um 9,5% bzw. mehr als 12% ab.

Im Topsegment setzten CyberTron ihren Kurssturz mit einem weiteren Kursrückgang um mehr als ein Drittel fort, aber auch andere Titel der New Economy hat es schwer erwischt. BETandWIN büßten über 16% ein und fielen ebenso auf ein neues Rekord-Tiefst, wie CyberTron. Libro gaben nach der jüngsten Erholung in der abgelaufenen Woche um 9,4% nach. Von den altbewährten Standardwerten erlitten VA Tech mit 12,5% den stärksten Kurseinbruch und sanken ebenso wie Wolford auf einen neuen Tiefstkurs. Bei Austria Tabak wurden nach dem jüngsten Höhenflug Gewinne mitgenommen. Deutliche Kursrückgänge mussten auch VA Stahl und RHI hinnehmen. OMV präsentierten ausgezeichnete Neunmonatsergebnisse und legten um mehr als 5% zu. Stark verbessert zeigten sich trotz des öffentlich ausgetragenen Machtkampfes zwischen AUA-Vorstand und Niki Lauda auch die Aktien der AUA.

Im B-Segment fielen die Porr-Stämme mit einer weiteren Befestigung um fast 7% positiv auf. Neue Phantasie haben BBAG und ihre im A-Markt gelistete Tochter Brau-Union erhalten. Die Eigentümerfamilien scheinen zwar schwer zerkracht, Gerüchte um eine Anbindung an die deutsche Binding Gruppe haben den beiden Titeln aber Auftrieb gegeben. Einen markanten Absturz erlebten in der Berichtswoche Do & Co mit einem Minus von 16,5%. Der Computerspielehersteller JoWooD sackte sogar um fast 21% ab und stage1 sanken um weitere 6,7%. Von der Old Economy bröckelten Palfinger um über 10% ab.

Hans Almer ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse".