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Abgang mit Umhang

Von Christina Böck

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Capes sind nur etwas für Superhelden. Und nun muss auch Madonna, wahrscheinlich höchst widerwillig, zur Kenntnis nehmen, dass sie keine Superheldin ist. Bei ihrem Auftritt bei den Brit Awards am Mittwoch machte ihr ein solches wallendes Kleidungsstück nämlich fatale Probleme. Als sie sich mit dramatischem Handstreich davon befreien wollte, von einem Tänzer unterstützt, blieb der Kragen leider am Hals hängen. Und Madonna ging den Weg des Capes: zu Boden. Über eine Stiege. Rückwärts.

Das sah dann noch viel dramatischer aus, als zuvor intendiert. Auf Twitter zeigte sich wieder, dass Respekt nicht die höchste Tugend im Sozialen Medium ist. Aber immerhin fand sich in der ganzen Häme auch der witzige Hashtag #Capefear, der mit Schaudern an den Robert de-Niro-Thriller anknüpfte. Aber was machte Madonna? Hielt sie sich das Knietscherl und humpelte heulend in die Garderobe? Ließ sie einen Hubschrauber kommen? Oder sich ein Pflaster von Kim Kardashian reichen? Beflegelte sie den Capekragen-Schneider? Gut, Letzteres ist möglich, aber nicht belegt. Dokumentiert ist, dass Madonna einfach aufgestanden ist und weitergesungen hat.

Das sind halt noch Pop-Arbeiter der alten Schule. Arbeitsmoral, man buchstabiert dich M A D O N N A! Selten hat der Spruch: "Aufstehen, Krone richten, weitergehen" so gut gepasst.

Man muss dem Popnachwuchs à la Rihanna freilich zugutehalten, dass die Damen immerhin solche Unfälle zu vermeiden wissen. Die haben einfach gleich so wenig an - da kann gar nichts hängen bleiben, das einem zum Verhängnis wird.