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Abserviert und aufgetischt

Von Reinhold Aumaier

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"Man muß suchen · aber nicht crossover. Man muß die Musik aller Richtungen gleichrangig betrachten." Ein nicht ganz unkluger Doppelsatz Gerard Mortiers. Jahrzehntelang hatte Günter Schifter anhand

seiner Schellacks diese Theorie auf seinem Gebiet · hörenswert in die Praxis umgesetzt. Kürzlich wurde er von Ö Regional abserviert. Man ist dabei, ihn umzutopfen · den etwas älteren Herrn mit seiner

nicht gerade kleinen Vergangenheit als TV- und Radiopionier. Demnächst mehr über das Wie . . .

Sich selber und seine doch ziemlich glorreiche Vergangenheit als Klaviermusiker und Provokateur serviert (un)schön langsam Herr Friedrich Gulda ab. Nichts gegen seine Erkenntnis von Mozart als

überragendes Genie; auch wenn er sie mit Millionen, vermutlich sogar Milliarden seiner Artgenossen teilt . . . Wie er ihn, den ebenso toten wie All-gegenwärtigen "Meister" auf die Erde zurückzwingt,

sollte aber seine Privatsache sein und nicht unbedingt zwei Stunden Feiertagsprogramm auf Österreich 1 beanspruchen: Ostermontag 22.05 bis 0.00 Uhr. Des kürzlich wiederauferstandenen Kleinmeisters

Unternehmen heißt ja auch ganz typisch "A private dance party".

Nix Crossover, nix Entweihung oder schräge Privatisierung gab's bei "Frühling in Wien" und "Klingendes Österreich". Da war die musikalische Welt auf beglückende Weise für ein paar Stunden in Ordnung

· wohllautend und pur.