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Absolut überflüssig

Von István Orbán

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Karin Resetarits ging und die Kultur kam in den montäglichen Fernseh-Zweier. Dann verging einige Zeit, und Karin Resetarits kam, zeitlich und räumlich weit weg von Kultur und Küniglberg, des

Donnerstags im Fernseh-Einser wieder, mit dem ihr angeblich besser liegenden (was ist das eigentlich für ein Format?) "Absolut Resetarits" aus dem Millenniums-Tower. Nach der ersten Sendung wollte

ich eigentlich keine weiteren mehr sehen. Aber am vergangenen Donnerstag sah ich sie mir, als Überbrückung bis zur Life-Ball-Zusammenfassung, doch an. · Was soll man dazu sagen . . .

Gleich im ersten Beitrag erfuhren wir, daß sich ein Deutscher, nur zwölf Stunden nach derem Unfalltod, "Lady Di" als Markennamen schützen ließ, was zwar in Österreich als sittenwidrig abgelehnt

wurde, anderswo aber offenbar ging. Jedenfalls kann die Dame von Geschmack ihren Körper und ihren Eigengeruch jetzt in Unterwäsche und Parfum dieser Marke hüllen. · So weit, so Geschäft. Was dem

Thema den gewissen Hautgout verlieh, waren die zusammenfassenden Worte von Karin Resetarits. Mit unnachahmlicher, um nicht zu sagen absoluter Treffsicherheit für die besondere Pointe sagte sie da:

"Denken Sie daran, was man alles mit dem Namen Helmut Qualtinger, Romy Schneider, ja sogar mit Markus Omofuma verkaufen könnte".

Ja ja, Frau Resetarits, bei · ja sogar . . . · denken wir an dasselbe, zumindest ans gleiche. Und ich denke noch ein bißchen weiter, an den Philosophen Wittgenstein. Der hat nämlich sinngemäß

gemeint: Wenn man nichts zu sagen hat, sollte man schweigen.