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Achterbahnfahrt an Wiener Börse

Von Werner Szabo

Wirtschaft

Der Wiener Aktienmarkt konnte in der zweiten Märzwoche mit einigen Höhen und Tiefen aufwarten. Die Highlights waren das neue Jahreshoch zu Beginn der Woche, die kräftigen Kursanstiege von Wolford, Rosenbauer und Jenbacher sowie die fast schon obligate Schlussrally am Freitagnachmittag. Dazwischen war es allerdings ziemlich trostlos.


Der heimische Aktienmarkte startete mit Elan in die zweite Märzwoche und markierte im Leitindex ATX mit 1.250,49 Punkten unter Tags ein neues Jahreshoch. Damit war auch schon der erste Höhepunkt vorbei, denn in den drei darauffolgenden Tagen bröckelte das Kursniveau bei sehr schwachem Handel kontinuierlich ab. Die Investoren übten sich in Anbetracht des Verfallstages - am Freitag sind die Optionen und der ATX-Future ausgelaufen - in Zurückhaltung. Höchst erfreulich war, dass positive Unternehmensnachrichten ihre Wirkung auf die entsprechenden Aktien nicht verfehlt haben. Von internationaler Seite kamen lange Zeit keine Impulse, hier kam es nach dem zweiwöchigen Anstieg über weite Strecken zu einer rückläufigen Kursentwicklung. Erst gegen Wochenschluss löste sich die Verunsicherung der Investoren, die schließlich wieder mehr Engagement zeigten. Die wichtigsten Börsen gingen freundlich in das Wochenende und hinterließen einen guten Eindruck für die nächsten Tage.

Der Wiener Leitindex ATX schloß mit 1.232,10 Punkten um 1,05% unter dem Vorwochenschluß und der weiter gefaßte ATX Prime gab um 0,84% auf 637,57 Zähler nach. Der den Gesamtmarkt repräsentierende WBI schwächte sich lediglich um 0,37% auf 495,23 Punkte ab. Sehr erfreulich war wieder der Anstieg der im ViDX abgebildeten wachstums- und technologieorientierten Werte, die sich um 0,35% auf 848,37 Punkte verbessert haben. Demgegenüber gaben die Nasdaq Europe und der Neue Markt 4 bis 5% ab.

Im prime market standen vor allem Wolford, Rosenbauer und Jenbacher in der Gunst der Investoren. Der Vorarlberger Textilerzeuger Wolford überraschte in der Berichtswoche mit einem ausgeglichenen Neunmonatsergebnis, was seine Wirkung auf den Aktienkurs nicht verfehlt hat. Zudem spekulierten die Anleger mit einem deutlich besseren Wirtschaftsjahr 2002/03. Wolford kletterten jedenfalls bis Freitag auf das neue Jahreshoch von 16,49 Euro. Der Schluß von 16,25 Euro bedeutet im Wochenabstand ein Plus von 20,8% und seit Jahresbeginn bereits einen Anstieg von über 60%. Rosenbauer zogen in der Berichtswoche um 15,4% an, nachdem bekanntgegeben wurde, daß heuer mit einem Rekordergebnis zu rechnen sei. Dank guter Ergebnisse und eines mit 18. März startenden Aktienrückkaufsprogrammes konnten Jenbacher bis zu 13% zulegen, gaben danach aber etwas nach. Andritz kletterten nach Bekanntgabe der ausgezeichneten Geschäftszahlen 2001 auf ein neues Jahreshoch und erzielten im Wochenabstand ein Plus von 9,3%. Überraschend stark waren wieder UNIQA mit einem Plus von 8,5%. Deutlich tiefer bewertet wurden hingegen RHI (-11,2%), Feratel (-9,9%), Brau-Union (-5%), Generali (-4,3%) sowie BBAG und Erste Bank mit Abschlägen von jeweils minus 4,2%.

Im standard market continuous fielen lediglich die Porr Vorzüge mit einem Anstieg um 4% positiv auf. Im standard market auction konnten INKU den in der Vorwoche verzeichneten Rückgang mehr als wettmachen und kletterten um 40%. Auf der Verliererseite standen insbesondere IFE (-12,5%) und stage1.cc (-12,1%), die beide auf ein Jahrestief nachgaben.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift,,bankundbörse"