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Adelson, Gingrichs Financier

Von Alexander U. Mathé

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Ein Selfmademan aus Las Vegas ist einer der spendabelsten Wahlkampfmäzene des Republikaners Newt Gingrich.


Sheldon Adelson hat etwas für Newt Gingrich übrig. Um genau zu sein, hat er zehn Millionen Dollar für den Bewerber um die republikanische US-Präsidentschaftskandidatur übrig, Geld, das er gemeinsam mit seiner Frau für dessen Wahlkampf gespendet hat. Davon gehen allein schon sechs Millionen in Werbespots in Florida, dem Bundesstaat, in dem am Dienstag die nächste Vorwahl stattfindet.

Verschmerzen kann Adelson das Geld auf jeden Fall, immerhin ist er einer der reichsten Amerikaner. Sein Leben ist der fleischgewordene amerikanische Traum: vom Tellerwäscher zum Millionär; im konkreten Fall vom Zeitungsjungen zum Multimilliardär.

Als Sohn eines ukrainisch-litauischen Emigrantenpaars wurde er 1933 in Boston geboren. Sein erstes Geld verdiente sich Adelson mit 12 Jahren als Zeitungsausträger und arbeitete sich von da an Stückchen um Stückchen empor: Er sorgte für die Aufbewahrung von Zuckerlautomaten, war Immobilienkreditberater, Finanzberater und gründete 1979 als Partner die Computermesse Comdex. 1988 kaufte er ein Hotel in Las Vegas und baute es zum größten privaten Messegelände der USA aus, das ein Eckpfeiler der Wirtschaft in Las Vegas ist. Dort vergrößerte er sein Imperium noch um zwei Kasino-Hotels (das Venetian und das Palazzo) und schaffte es schließlich sogar, in Macao ein Kasino zu errichten - das erste im Las-Vegas-Stil in der Volksrepublik China.

Politisch war Adelson ursprünglich dem demokratischen Lager angetan. Doch mit zunehmendem Wohlstand näherte er sich mehr und mehr den Republikanern an. Für Gewerkschaften hat er nichts übrig. Das Venetian ist das einzige Hotelkasino am berühmten Las Vegas Strip ohne organisierte Vertretung der Arbeitnehmer, was bis heute Proteste nach sich zieht. Adelsons politisches Interesse beschränkt sich nicht auf die USA. Als Gingrich erklärte, die Palästinenser seien ein erfundenes Volk, begeisterte er damit den Zionisten Adelson. In Israel geriet dieser sogar in den Dunstkreis rund um die Korruptionsaffären des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Ehud Olmert. Ein Fehlverhalten wurde ihm allerdings nie angelastet. Nebenbei ist der in zweiter Ehe verheiratete fünffache Vater Eigentümer und Gründer der größten Gratis-Zeitung "Israel HaYom", mit einer Reichweite von 35 Prozent.

In den USA hatte er zu Gingrich bereits starke Bande geknüpft, bevor dieser Präsident werden wollte, und investierte in mehrere Unternehmen des Republikaners insgesamt fast acht Millionen Dollar. Sollte Gingrich nicht zuletzt dank Adelsons großzügiger Hilfe am Dienstag erneut gut abschneiden, so würde der Geldhahn weiter aufgedreht bleiben, heißt es.