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Ahmadinejad zwei Jahre an der Macht: Nach außen mächtig, nach innen arm

Von AnalyseArian Faal

Analysen

Viele bezeichnen den 3. August 2005 als Schicksalstag für den Iran. Nach den Jahren der großen Enttäuschung über die zwei Perioden des gescheiterten Reformers Mohammad Khatami überraschte der schlichte Mahmud Ahmadinejad, der seit seiner Zeit als Teherans Bürgermeister als "Robin Hood" bezeichnet worden ist, mit seinem Wahlsieg über den Favoriten Ali Akbar Hashemi Rafsanjani bei den Präsidentschaftswahlen. Es sollte nicht die einzige Überraschung bleiben.


Seither hat sich im Gottesstaat viel getan. Außenpolitisch hat der knapp 1,55 große Präsident in 24 Monaten für mehr Aufsehen gesorgt als so manche seiner Vorgänger in vier Jahren: Mit der Festlegung, der Iran werde auf seinem Recht der friedlichen Nutzung der Nuklearenergie beharren, provozierte er bisher drei UN-Resolutionen, die sein Land zu spüren bekommt. Sein geschicktes Team verstand es dabei ausgezeichnet, den Westen gegeneinander auszuspielen. Russland und China haben gleichzeitig verhindert, dass die UNO im Atomstreit eine härtere Gangart einlegt. Zusätzliche Dynamik bekommt die Angst vor der möglichen Atombombe Teherans durch die Hasstiraden Ahmadinejads gegen Israel: Ausradieren, Löschen, Eliminieren.

Die brillante Medieninszenierung seiner Auftritte verschaffte ihm ein internationales Echo sowie dutzende Titelseiten. Sein Land errang einen Dauerplatz auf der diplomatischen Agenda.

Parallel zum Atomstreit verstand es Ahmadinejad auch, Irans Position in der Region zu stärken. Nach dem Sturz Saddam Husseins und der katastrophalen Bilanz der amerikanischen Irak-Intervention lag es auf der Hand, dass Teheran die Gunst der Stunde ergreifen und die Renaissance des schiitischen Halbmondes mit dem Iran an der Spitze forcieren würde. Als Verbündete holte man sich Syrien, Venezuela, Kuba und Weißrussland.

Fazit: Heute ist der Iran regionale Großmacht und das Pulverfass Naher Osten droht zu explodieren - wenn es nicht gelingt, Teheran einzubinden. Mit dieser Einsicht hat Washington nach fast 30 Jahren bilateralen Gesprächen mit Teheran über den Irak zugestimmt.

Der außenpolitische Erfolg schmälert sich, wenn man sich die innere Situation im Iran ansieht. Der Glanz des Retters der Armen ist dahin. Die Wirtschaft stagniert vor allem wegen des Drucks der USA auf viele Banken und Großfirmen, mit dem Iran keine Geschäfte zu machen. Trotz einiger Vergünstigungen für die ärmeren Schichten bereiten die schlechte Wirtschaftslage und die drohenden Kosten von Sanktionen Teheran Kopfzerbrechen.

Die Folge: eine ungewöhnliche Teuerungswelle, eine rigorose Benzinrationierung und explodierende Arbeitslosenzahlen. Dennoch möchte Ahmadinejad nun durch ein radikales Sparpaket eine Wende herbeiführen.