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Ahmadinejads erfreuliche Woche: Nicht nur Putin, auch Dalai Lama hilft

Von Arian Faal

Analysen

Es war der aufsehenerregendste Besuch eines ausländischen Staatschefs im Iran seit dem Beginn der Islamischen Revolution 1979. Der mehrstündige Aufenthalt von Russlands Präsident Wladimir Putin hätte für die Perser nicht besser laufen können. Nichts konnte Putin davon abhalten, in Teheran die traditionell Iran-freundliche Haltung des Kremls zu untermalen und dem islamischen Gottesstaat die gewünschte Rückendeckung zu geben.


In sämtlichen für den Iran wichtigen Fragen hat sich Putin hinter das Regime in Teheran gestellt:

Im Streit um das iranische Nuklearprogramm haben sich die Anrainerstaaten des Kaspischen Meers gegen die USA gestellt und einen Angriff auf das Nachbarland von ihrem Territorium aus unter der Federführung Moskaus kategorisch ausgeschlossen. Das US-Militär hatte erst kürzlich Flugplätze in Aserbaidschan besichtigt.

Die mit Spannung erwartete Stellungnahme des Kremlchefs zur Fertigstellung des russisch-iranischen Prestigeprojektes Bushehr, jenem Atomreaktor, der mit Hilfe der Russen schon zu 95 Prozent fertiggestellt ist. Auch hierzu hat Putin Klartext gesprochen und versichert, Russland werde seine Verpflichtungen einhalten und das Kraftwerk fertigstellen.

Mit den Worten "Das Zusammenwirken des Irans und Russlands hat in der Region und in der Welt als Ganzes eine große Bedeutung" kündigte Putin den Ausbau der wirtschaftlichen Achse Moskau-Teheran an. Putin verwies darauf, dass der Warenumsatz zwischen Russland und dem Iran knapp zwei Milliarden US-Dollar im Jahr erreicht hat. Außerdem teilte er mit, dass Iran, Kasach-stan und Turkmenistan ein Abkommen über die Förderung ihrer Zusammenarbeit im Verkehr unterzeichnet haben. Zukünftig sollten die Eisenbahnen der drei Länder an das russische Bahnnetz angeschlossen werden.

Putin sprach über das legitime Recht Teherans, die Atomenergie zu nutzen. Das sehr emotionale und freundschaftliche Plädoyer für den strategischen Partner muss Wasser auf die Mühlen der iranischen Politik gewesen sein und wird von Analysten als deutliches Zeichen gesehen, dass Russland auch im UN-Sicherheitsrat Iran-freundlich handeln wird.

Und zu guter Letzt hat Putin Teheran nicht verlassen, ohne seinen Amtskollegen Ahmadinejad zu einem Besuch nach Moskau einzuladen. Auch diese Geste wird für Teheran später noch sehr nützlich sein.

Aber auch sonst war es bisher eine sehr erfreuliche Woche für Ahamdinejad. Denn auch von anderer Seite haben die Perser indirekte Rückendeckung erhalten. Nachdem US-Präsident George W. Bush in Washington den Dalai Lama empfing, reagierte Chinas Führung mit großem Unmut und sagte die für Mittwoch geplanten Gespräche der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands zu Irans Atomprogramm in Berlin "bis auf weiteres" ab.