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AK fordert endlich billigeren Sprit

Von Bernhard Holzer

Wirtschaft

Die im Juli veröffentlichte Benzinmarktstudie des Wirtschaftsministeriums sorgt bei Arbeiterkammer und Autofahrerklubs weiter für Kritik. Längst fällige Maßnahmen lassen, so die Interessensvertreter, auf sich warten.


"Heiße Eisen werden nicht oder kaum analysiert" heißt es von der Arbeiterkammer, und auch ÖAMTC und ARBÖ bezeichen die aktuelle Studie als schlicht "unzureichend."

Dass der Wettbewerb am Treibstoffmarkt in Österreich "ausreichend gut" funktioniert, wie die Studie besagt, bezweifelt die AK. "Die hohen Preise hierzulande sind klar auf den mangelnden Wettbewerb zurückzuführen," kritisierte AK-Energieexpertin Dorothea Herzele am Freitag vor Journalisten. "Die Großen dominieren in Österreich den Tankstellenmarkt."

Geht es nach der Arbeiterkammer, so müssen besonders in Hochpreisregionen endlich Diskonttankstellen gefördert werden. Analysen zeigen nämlich, dass dort, wo sich viele Diskonter befinden, auch die Spritpreise günstiger sind. Das Wirtschaftsministerium ließ diesbezüglich verlautbaren, dass alle Optionen gerade geprüft werden.

Ein weiteres zentrales Anliegen der AK ist die Entlastung der 600.000 Pendler in Österreich. Neben der Anhebung der Pendlerpauschale um 15% fordert sie auch eine Erhöhung des Kilometergeldes um 42 Cent. Geld dafür müsste laut Herzele genug vorhanden sein, denn, so die Energieexpertin, "der Finanzminister hat dank der hohen Spritpreise seit Jänner 2004 Mehreinnahmen von über 300 Millionen Euro."

Die vor über einem Jahr versprochene Anpassung der Nettopreise auf EU-Niveau, so Herzele, stehe noch immer aus. "Allein im heurigen Halbjahr zahlten die Autofahrer für das Tanken zwischen 74 und 110 Mio. Euro netto mehr als in anderen EU-Ländern."

Die größten Preiserhöhungen gab es in den letzten 12 Monaten für die Diesel-Pkw Lenker. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres verteuerte sich Diesel um 22% und näherte sich damit rasant dem Benzinpreis, der immerhin noch um 10% stieg. Ab kommenden Herbst dürfte Diesel dann aufgrund der gesetzlich verpflichtende Beimischung von Biosprit endgültig genauso so teuer wie Benzin werden.