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Akademikerabgabe statt Uni-Gebühren

Von Brigitte Pechar

Wissen

Hochschulexperte für Expansion der Universitäten. | Wien. Zwar steigt die Zahl der Höchstqualifizierten in Österreich an, dennoch zeigt sich im internationalen Vergleich noch immer ein Nachholbedarf. Dieter Dohmen, Gründer und Direktor des Berliner Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (Fibs), rät daher im Gespräch mit der "Wiener Zeitung", verstärkt in die Universitäten zu investieren.


Allerdings sieht er in Zeiten der Sparkurse hier auch die Studierenden gefordert. Als Alternative zu Studiengebühren, mit denen sich Studierende eventuell verschulden könnten, schlägt er vor, eine Akademikerabgabe einzuführen. "Die Idee ist, dass man durch eine ausreichende Finanzierung der Universitäten Zugangsbarrieren umgeht, damit die Hochschulen wachsen können", betonte Dohmen.

Sein Modell der Akademikerabgabe präsentierte der Hochschulforscher am Montagabend in einer Veranstaltung der Universitätenkonferenz in Wien.

Das Modell der Akademikerabgabe geht vom Einkommen der Hochschulabsolventen nach dem Studium aus. Nach einem Bachelorstudium werden 3,6 Prozent, nach einem Masterstudium 2,4 Prozent - insgesamt also 6 Prozent - des monatlichen Einkommens fällig. Wer dann 5000 Euro verdient, zahlt monatlich 300 Euro zurück. Wird die Abgabe über sieben Jahre erhoben, summieren sich die öffentlichen Einnahmen auf 25.000 Euro. Eine Untergrenze, ab der zurückgezahlt werden soll, müsse politisch festgemacht werden, sagt der Experte.

Die Vorteile seines Modells gegenüber Studiengebühren sieht Dohmen darin, dass es keine individuelle Verschuldung gibt, dass es einen automatischen Ausgleich zwischen Viel- und Wenigverdienenden gibt und dass dadurch keine Bildungsbarrieren aufgebaut werden. "Trotzdem bekommen die Universitäten eine ausreichende Finanzierung", sagt Dohmen. Vorfinanziert könnte diese Abgabe durch Banken werden.