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Aktionäre erhöhen Druck auf Management der MOL

Von Harald Waiglein

Wirtschaft

Zwei Fonds bisher für Fusion von OMV und MOL. | Wien/Budapest. Die Aktionäre des ungarischen Mineralölkonzerns MOL scheinen Gefallen am informellen Übernahmeangebot der OMV zu finden.


Zwei große Investment-Gesellschaften haben sich bisher geäußert: der US-Fonds Templeton, der nach eigenen Angaben "etwa gleich große Anteile" an OMV und MOL hält, aber über die Höhe derselben keine Angaben macht, und der britische Fonds Centaurus, der nach eigenen Angaben einen "erheblichen" Anteil an der MOL hält.

Beide Gesellschaften unterstützen das Angebot der OMV und drängen das MOL-Management dazu, Verhandlungen mit dem österreichischen Mineralölkonzern aufzunehmen.

Templeton-Chef Mark Mobius würde es gerne sehen, wenn sowohl die OMV als auch die MOL vollständig privatisiert würden und ohne Regierungseinfluss über eine Fusion verhandeln könnten. Kritik übt Mobius am MOL-Management und der ungarischen Regierung. Das Management habe bisher etwa 4 Mrd. Euro für den Rückkauf eigener Aktien ausgegeben, um eine Übernahme durch die OMV zu verhindern. "Hätte man für dieses Geld keine bessere Verwendung gehabt?" fragt Mobius.

Fragwürdiges Gesetz

Dass Ungarn nun mit einem eigenen Gesetz die Übernahme durch die OMV verhindern wolle, sei fragwürdig, meint der Templeton-Chef. Ein Gesetz, das vorsehe, dass ungarische Firmen nur mit Zustimmung des Managements übernommen werden können oder dass Manager nur mit mehr als 50 Prozent aller Stimmrechte abgelöst werden können, sei wohl kaum mit EU-Regeln vereinbar, meint Mobius.

Der britische Fonds Centaurus drängt das MOL-Management zu Verhandlungen. Das OMV-Angebot rechtfertige Gespräche, so die Briten. Sie sprechen sich auch für die von der OMV geforderte Aufhebung der Stimmrechtsbeschränkungen bei MOL-Aktien aus und fordern das MOL-Management auf, sofort sämtliche Versuche zu unterlassen, das OMV-Angebot zu unterminieren.

Wirtschaftsminister Martin Bartenstein meint, die ungarische Regierung solle sich doch mit einer Sperrminorität an der MOL beteiligen, um ihren Einfluss zu wahren. Ungarn lehnt das jedoch ab.