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Akut-Geriatrie: RH-Kritik an Wien

Von Christian Mayr

Wissen

Rechnungshof rügt verfehlte Ziele. | Wien. Einmal mehr übt der Rechnungshof (RH) Kritik an der Stadt Wien: In einem der "Wiener Zeitung" vorliegenden Bericht über Akut-Geriatrie und Remobilisation in den Wiener Spitälern prangern die Prüfer die klar verfehlten Ziele der Stadtregierung an: "Von den für Wien an 14 Standorten geplanten 475 Betten waren Ende 2006 an 7 Standorten 218 Betten eingerichtet. (. . .) Dies entsprach rund 46 Prozent der maximal vorgesehenen Betten."


Die Akut-Geriatrie ist eine seit 1999 im Aufbau befindliche Fachrichtung, der aufgrund der zunehmenden Überalterung große Bedeutung für die Zukunft beikommt. "Ziel ist es, neben der Behandlung von akuten Erkrankungen alter Menschen auch deren Fähigkeit zur weitgehend selbstständigen Lebensführung zu erhalten", so der RH. Wie gut dies in Wien derzeit funktioniert, ist jedoch unbekannt, weil eine Evaluierung zuletzt 2003 erfolgte: "Weitere Auswertungen zur Qualität der Ergebnisse (. . .) erfolgten aber nicht, obwohl (. . .) mehr Möglichkeiten zur Erhebung des Behandlungserfolges als in anderen Fachrichtungen vorlagen", rügen die Prüfer.

Auch "räumliche Defizite" in der Station im Krankenhaus Hietzing werden kritisiert: "Mindeststandards bezüglich Raumaufteilung und Anzahl der Sanitäranlagen" seien nicht erfüllt. Peinlich: Die RH-Prüfer stellten fest, dass für das Sophienspital noch keine Bewilligung für eine Akut-Geriatrie vorlag. Weiters mahnt der RH, dass die Qualitätsrichtlinien eingehalten werden müssen - insbesondere hinsichtlich der "Mindestpersonalausstattung". Die Stadt Wien gelobte in ihrer Stellungnahme Besserung; weitere 190 Betten in der Akut-Geriatrie seien in Planung.