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Al Kaida isoliert sich selbst mit blindem Terror

Von Rainer Mayerhofer

Analysen

Islamischer Jihad und Hamas gehen erstmals auf Distanz zu Anschlägen. | Noch gibt es kein Bekennerschreiben zu den Anschlägen, die am Montagabend im ägyptischen Ferienort Dahab 18 Menschen getötet haben. Die Handschrift stammt aber für Terrorexperten von der Al Kaida, deren Chef Osama bin Laden erst vor wenigen Tagen per Video darauf aufmerksam gemacht hat, dass noch immer mit ihm zu rechnen ist.


Al Kaida gerät aber zusehends in die Isolation. Erstmals und deutlich haben sich etwa die radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Jihad deutlich von den Anschlägen distanziert. Sie dienten nicht den palästinensischen, arabischen oder muslimischen Interessen, sagte ein ranghoher Jihad-Funktionär und machte deutlich, wie sehr diese Art von Terror auch jenen schadet, in deren Namen er begangen wird.

Gerade die Anschläge von Dahab machen einmal mehr klar, dass der Al-Kaida-Terror keinen Unterschied zwischen "westlichen Feinden" und "moslemischen Brüdern" macht. Ägypten hat das ebenso feststellen müssen wie andere arabische Staaten, die zum Terrorziel geworden sind. Die Reaktionen radikaler Palästinensergruppen, deren Verhältnis zum Terror bisher im besten Fall ein ambivalentes war, lassen hoffen, dass langsam auch dort die Überzeugung reift, dass Probleme nur durch Verhandlungen und nicht durch Bomben gelöst werden können.