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Albaner in Serbien klagen über brutale Polizei

Von WZ Online

Europaarchiv

Abzug der Sondereinheiten aus Presevo gefordert | Serbiens Innenministerium: Einsätze wurden gefilmt | Die albanischen Lokalbehörden der südserbischen Gemeinden Presevo und Bujanovac hat die Belgrader Behörden zum Abzug von Einheiten der Sonderpolizei aufgefordert. Sie werfen den Polizisten "brutale Vorgehensweise" vor. Hintergrund sind Hausdurchsuchungen, bei denen die Polizei illegalen Waffen gefahndet hat.


Die Polizeiaktionen waren nach einem Überfall auf eine Polizeistreife bei Bujanovac und einer Sprengstoffexplosion in einem Polizisten-Wohnhaus in Presevo in der vergangenen Woche erfolgt.

Der serbische Innenminister Ivica Dacic hat den Abzug der Sonderpolizeieinheiten ausgeschlossen, "solange es Risiken und Gefahren" in der Gegend gebe. Auch würde sich die Polizei streng an ihre Befugnisse halten, nachdem "vorwiegend Serbien in der Vergangenheit des übermäßigen Gewalteinsatzes" beschuldigt worden sei, betonte der Innenminister am Wochenende. Gemäß dem Chef der mitregierenden Sozialisten wurden auch Videoaufnahmen aller Polizeiaktionen in den südserbischen Kommunen Presevo und Bujanovac gemacht.

Die Behörden von Presevo und Bujanovac haben über ihr altes Anliegen, die südserbische Region zu demilitarisieren, unterdessen auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) informiert.

Hintergrund

In den Gemeinden Presevo, Bujanovac und Medvedja leben rund 100.000 Angehörige der albanischen Volksgruppe. Bei einem von Belgrad nicht anerkannten Referendum hatten sie sich Anfang der 1990er Jahre mehrheitlich für den Anschluss der Region an den Kosovo ausgesprochen. Albanische Extremistengruppen hatten 2001 versucht, den Anschluss an die mittlerweile von Serbien abgespaltene Provinz zu erkämpfen.

Unter internationaler Vermittlung wurde die Situation durch ein Abkommen zwischen Belgrad und lokalen Albanern beruhigt. Dieses sah eine bessere Eingliederung der albanischen Volksgruppe in die Gesellschaft und eine raschere Entwicklung einer der ärmsten Regionen Serbiens vor.

Die südserbischen Albaner sind im 250-Sitze-Parlament Serbiens seit einigen Jahren mit einem Abgeordneten vertreten. (APA)