Zum Hauptinhalt springen

Albanien: Sali Berisha kehrt an die Macht zurück

Von unserem Korrespondenten Ekrem Krasniqi, Tirana

Politik
Berisha feiert sein politisches Comeback. ber

Nach Nachwahlen in drei Wahlkreisen am Sonntag ist in Albanien der Weg frei zur Bildung einer neuen Regierung. Die bisher oppositionellen Demokraten unter dem früheren Präsidenten Sali Berisha werden die Macht von den Sozialisten unter Fatos Nano übernehmen.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 18 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Insgesamt 80.000 Albaner waren am Sonntag in drei Wahlkreisen erneut aufgerufen, ihre Abgeordneten im Parlament von Tirana neu zu wählen. Bei den landesweiten Wahlen Anfang Juli war es dort zu besonders grossen Unregelmässigkeiten gekommen. Am Gesamtergebnis wird der Ausgang der Nachwahl nichts ändern. Die Demokraten unter Sali Berisha und ihre Verbündeten kommen bereits jetzt zusammen auf 78 der 140 Sitze. Sie haben sich bereits auf die Verteilung der Ministerien verteilt. Die Demokraten stellen dabei mit Berisha den Ministerpräsidenten und zehn Minister. Die Republikanische Partei, die Umweltpartei, die Union der Menschenrechte (die Vertretung der griechischen Minderheit) und die Neue Demokratische Partei erhalten je einen Ministerposten.

Es wird erwartet, dass Präsident Alfred Moisiu das offizielle Mandat zur Regierungsbildung an Berisha vergeben wird, sobald das offizielle Wahlergebnis vorliegt - also voraussichtlich noch heute, Dienstag. Damit findet die achtjährige Regierungszeit der Sozialisten unter dem bisherigen Ministerpräsidenten Fatos Nano ihr Ende.

** Für den Westen stellten die Wahlen einen Test der demokratischen Reife des Landes dar. Albanien verhandelt bereits seit zwei Jahren mit der EU über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen. Aufgehalten wurden die Verhandlungen durch die Unfähigkeit der Regierung, die Korruption und das organisierte Verbrechen einzuschränken und die von Brüssel verlangten Reformen in Justiz und Innerer Sicherheit umzusetzen. Diese Themen beherrschten auch den Wahlkampf.

Die neue Regierung muss nun beweisen, dass sie das Land schneller in Richtung Europa führen kann als ihre Vorgängerin.