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All-Stars-Freude auf Ö1

Von Anton Silhan

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Zu fortgesetzter Freude bietet zurzeit die Reihe über Jazz im heimischen Radio Anlass. Sie läuft dienstags in "Jazztime" auf Ö1 im Rahmen des Jubiläums "80 Jahre Radio".

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es hierzulande zu einem regelrechten Jazz-Boom. Die Radiostationen standen unter der Kontrolle der alliierten Besatzungsmächte. Besonders die Rundfunkanstalten der Amerikaner, Blue Danube Network und Rot-Weiß-Rot, förderten Jazzprogramme. Einige österreichische Musiker bekamen die Gelegenheit, Jazz für Radiohörer zu spielen.

Nachdem Österreich durch den Staatsvertrag 1955 seine Souveränität wiedererlangt hatte, konnte auch der Österreichische Rundfunk wieder unabhängig, ohne Zensur, seine Programme gestalten. Auch das TV nahm mit einem technischen Versuchsprogramm seine Tätigkeit auf. Jazz wurde häufig live aus den Konzerten gastierender amerikanischer Jazzgrößen übertragen.

So war Radio Wien auch mit dem Ü-Wagen dabei, als Lionel Hampton 1954 erstmals in Wien, im Konzerthaus, spielte. Einige Jahre später spielte Sydney Bechet auf derselben Bühne und wurde ebenso, wie der Live-Mitschnitt bewies, heftig umjubelt. Harry James ging es im Oktober 1954 nicht anders.

Eine Spezialität in Klaus Schulz' "Jazztime" am Dienstagabend war eine Aufnahme der Austrian Jazz All Stars (1955/56), u. a. mit Willi Meerwald, den Gebrüdern Grah, Carl Drewo, Joe Zawinul und Fritz Gulda.