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Alle lächeln anders

Von Christina Böck

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Einst kam der Informatiker Scott E. Fahlman auf die Idee, einen Strichpunkt an eine Klammer zu schmiegen und solcherart einen schriftlichen Witz zu markieren. Nun, es wird wohl kein besonders guter Witz gewesen sein, wenn man ihn markieren musste. Aber egal, das Augenzwinker-Emoticon war geboren. Ein sehr reduziertes Symbol für ein lächelndes Gesicht. So lapidares Strichwerk ist heutzutage überholt. Heute verwendet der Smartphone-Besitzer Emojis. Das sind einerseits gelbe Smileys in den verschiedensten Gemütszuständen, aber auch Fahrzeuge oder Gebäude, mit denen man anzeigen kann, wo man sich gerade befindet, viele Tiere, aber auch viel Gemüse. Warum, das ist wohl eines der letzten Mysterien der Netzwelt.

Nun wurde diese Woche ein erweitertes Set an Emojis für das iPhone veröffentlicht. Es ist nun, nach vielerlei Beschwerden, politisch korrekter. Es gibt jetzt nicht nur ein "Daumen-hoch"-Symbol in verschiedensten Hautfarben, auch einzelne Emoji-Gesichter können diversifiziert dargestellt werden. Außerdem gibt es nun nicht mehr nur traditionelle Familien mit Vater-Mutter-Kind, sondern auch mit Mutter-Mutter-Kind und Vater-Vater-Kind. Der Fäkalienhaufen blieb unverändert.

Mit Symbolen kommt man heute nicht mehr weit, jeder will direkt angesprochen werden. Da war ein Strichpunkt mit Klammer noch unverfänglich, damit konnte man auch niemanden nicht meinen. Dass man es auch beim besten Willen nie allen recht machen kann, zeigt der neueste Protest, der sich gegen die Emojis regt: Rothaarige fühlen sich nicht vertreten.