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"Alle Mitarbeiter stehen hinter Sonntagsöffnung"

Von Clemens Neuhold

Politik

Dayli-Konzept steht und fällt mit der umstrittenen Sonntagsöffnung.


Wien. Die Gewerkschaft der Privatangestellten GPA-djp schießt nun aus allen Rohren gegen die geplante Sonntagsöffnung in 885 dayli-Filialen. Gegen die ersten drei Filialen des Schlecker-Nachfolgers, die über den Umweg eines angeschlossenen Bistros am Sonntag offen halten, hat die Gewerkschaft "mehrfache Anzeigen" erstattet. Weitere Anzeigen wegen unlauteren Wettbewerbs sind in Vorbereitung. Außerdem wurden alle neun Sozialversicherungen ersucht, zu prüfen, ob "Lohn- und Sozialdumping" vorliege. Neue Mitarbeiter für das Sonntagsgeschäft will dayli nämlich nicht nach Handelskollektivvertrag, sondern nach Gastronomie-Vertrag anstellen.

Derzeit hat die GPA-djp unter allen dayli-Mitarbeitern eine Brief-Umfrage laufen, wie sie zur Sonntagsöffnung stehen. Wie die "Wiener Zeitung" berichtete, soll die Tendenz in Richtung einer klaren Ablehnung gehen.

Dayli-Boss Haberleitner zweifelt am Echtheitsgehalt der Angaben: "Es ist uns nichts bekannt von ersten Rückmeldungen - alle unsere Mitarbeiter stehen hinter dem Unternehmen und hinter der Sonntagsöffnung, hat uns der Betriebsrat kommuniziert", sagt er zur "Wiener Zeitung". Die von der Gewerkschaft angekündigten Filial-Besuche erachtet er als "Geschäftsstörungen gegen unser Unternehmen". Der Schaden durch "Verlautbarungen und Maßnahmen" gehe bereits "in die Millionen und gefährde Arbeitsplätze". Anweisungen, wie man sich gegenüber Gewerkschaftern zu verhalten habe, gebe es aber nicht.

Der dayli-Betriebsrat, der aus der Gewerkschaft ausgetreten ist, habe diese aufgefordert, die "Boykottmaßnahmen" zu unterlassen.

Die Sonntagsöffnung bezeichnet Haberleitner als "wesentlichen Bestandteil" des dayli-Konzepts. Der Darstellung, dass Einkaufen auch am Sonntag die Gesellschaft zerreiße, widerspricht er vehement. "Die Bürger kaufen am Wochenende viel entspannter ein - im Kreise der Familie."