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Allein oder lieber doch zu zweit?

Von Christina Mondolfo

Wissen

Stephen Sondheims Musical "Company", mit dem er 1970 den endgültigen Durchbruch schaffte, ist ein zu Recht ausgezeichnetes: Eine spritzige, sehr amerikanische Musik, die dennoch eigenständig und modern ist, und ein spitzer, lakonischer Text über Ehe, das Alleinsein und die Vor- bzw. Nachteile von beidem machen das Werk zu einem zeitlos gültigen und immer wieder gern gehörten Stück des modernen Musiktheaters.

In der Wiener Kammeroper, wo die Musical Comedy am Donnerstag Premiere hatte, nahm sich Michael Schnack der musikalischen Umsetzung an, die ihm auch gut gelang: Leichtfüßig folgte ihm das Orchester der Kammeroper durch die musikalischen Straßenschluchten von New York, akzentuierte das schlichte, aber sehr variable Bühnenbild (Ausstattung: Frank Fellmann) erleichterte Regisseur Ferdinando Chefalo die Personenführung - was auf einer kleinen Bühne wieder der Kammeroper nicht immer leicht ist.

Einzig das Ensemble ließ keine so rechte Musical-Stimmung aufkommen. Stephan Wapenhans als Hauptfigur Robert war zwar äußerlich ein adretter New Yorker Single-Mittdreißiger, doch stimmlich war er blass, teils unsicher und in den Höhen schwach. Isabel Weicken als Joanne zeigte sich zwar darstellerisch beeindruckend, doch ihre Stimme hat bereits den Zenit überschritten.

Auch das restliche Ensemble konnte nicht überzeugen, einzig Carin Filipcic als Martha/Sarah und Claudia Stangl als Amy/Kathy erfreuten durch schöne, sichere und große "Musical-Stimmen" und eine fulminante Darstellung ihrer Rollen.