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Alles Dilettanten im Doping-Kampf?

Von Christian Mayr

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Die großen Doping-Skandale in den olympischen Kernsportarten Leichtathletik und Schwimmen sind etwas länger her - weil so streng kontrolliert wird und der Sport somit sauber geworden ist? Zwei aktuelle Meldungen erwecken eher den gegenteiligen Eindruck. Bei Fall eins handelt es sich um die australische Schwimm-Olympiasiegerin Kylie Palmer, die soeben aus dem Aufgebot ihres Landes für die WM in Kasan eliminiert wurde. Ursache ist ein möglicherweise positiver Test anno 2013. Warum man das nicht so genau weiß, liegt am internationalen Schwimmverband Fina, der zwar zugibt, "geringe Mengen einer verbotenen Substanz" entdeckt, danach aber alles gelöscht zu haben, nachdem sich der Verstoß eh nicht wiederholt hätte. Zum Entsetzen der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada freilich, die den Fall gern näher beleuchtet hätte, aber nun nicht mehr kann. Das Ganze erinnert nicht nur an die Causa Lance Armstrong, bei dem der Radweltverband jahrelang bewusst nicht so genau hingesehen hat, beziehungsweise die zuletzt ins Blickfeld geratenen jamaikanischen Dopingfahnder: Statt gedopte Sprinter zu überführen, wurde absichtlich so geschlampt, dass die nächste Instanz die Strafe aufheben musste. Ob auch Fall zwei, der des britischen Lauf-Doppelolympiasiegers Mo Farah, einer des Dopings wird, muss sich erst weisen. Faktum ist, dass sich die Schlinge um den gebürtigen Somalier immer enger zieht, nachdem britische Medien handfeste Doping-Anschuldigungen gegen seinen Trainer publiziert haben. Farah steht zu seinem Trainer - doch nun wurde bekannt, dass Farah vor seinem Triumph in London zwei Kontrollen verpasst hat; bei der dritten wäre er gesperrt worden. Auch hier liegt der Verdacht in der Luft, dass der Star von Olympia mit Samthandschuhen angefasst wurde.