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Alles "easy" bei Sir Stelios

Von Helmut Dité

Wirtschaft

Vier easy-Hotels bis 2011 geplant. | "Bett und Bad" ab 29 Euro pro Zimmer. | Wien. "Ein Bett, ein Bad, was braucht man mehr? " - der Gründer der Billigfluglinie EasyJet, Stelios Haji-Ioannou, kommt mit seinem EasyHotel-Konzept auch nach Österreich.


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Bis 2011 sollen vier der Super-Budget-Hotels in Wien, Linz und Graz aufsperren. Die "vermutlich kleinsten Hotelzimmer Europas" sollen in Österreich ab 29 Euro pro Zimmer angeboten werden. Zimmerservice und Frühstück gibt es nicht, gebucht werden kann nur über das Internet - und, wie beim Biligflieger: Je voller das Haus, desto höher wird der Preis.

Bis Ende 2008 sollen 20 Hotels eröffnen

"EasyHotels ist eine meiner besseren Ideen, wenn nicht die Beste"- der aus einer griechisch-zypriotischen Reeder-Familie stammende 40-Jährige hat auf seiner Business-Karte als Beruf "Serial Entrepreneur" stehen. "Das klingt zwar wie Serial Killer", räumt er ein, hat ihm aber in Würdigung seiner unternehmerischen Leistungen schon im Vorjahr den Ritterschlag der englischen Königin eingetragen, trotz des Titels Sir will der in Monaco lebende Milliardär am liebsten mit dem Vornamen Stelios angesprochen werden.

Nach der 2006 mit 122 Flugzeugen und 33 Millionen Fluggästen umsatzstärksten europäischen Billigfluglinie - EasyJet fliegt ab 29. Oktober, wie berichtet, erstmals auch täglich von London-Luton aus Wien-Schwechat an - hat er insgesamt 16 weitere Easy-Ketten gegründet und das Low-Budget-Konzept mit extrem billigen Preisen für Frühbucher auch auf Kreuzfahrten, Autovermietungen, Busrouten und andere Branchen übertragen.

Und jetzt eben Hotels: Das minimalistische Konzept: "Sauber, sicher, ein privates Schlafzimmer mit privatem Bad in zentrumsnaher Lage". Das alles geht auf acht bis zehn Quadratmetern, Fenster müssen nicht unbedingt sein, meint Stelios.

Begonnen hat er mit dem ersten EasyHotel in London 2005, derzeit sind fünf Häuser mit je 60 bis 80 Zimmern - "das ist die optimale Größe, da kann man mit vier Angestellten eine Rund-um-die-Uhr -Betreuung organisieren" - in Betrieb. Bis Ende 2008 sollen es 20 werden, binnen drei Jahren sollen in den wichtigsten europäischen Städten 60 Häuser eröffnet sein. "In der nächsten Zeit werde ich jeden Monat in einer anderen Stadt mit Eröffnungen beschäftigt sein", meint Stelios: Im November in Zürich, dann folgen drei Häuser in Großbritannien.

Auch in den USA, vor allem in den Städten der Ostküste, sieht er Chancen für sein Konzept: "In Amerika gibt es Low-Budget-Hotels bisher nur an den Autobahnen, nicht in urbanen Lagen".

Erstes Easy-Hotel beim Wiener Westbahnhof

Franchise-Nehmerin in Österreich ist die P-Orange Management GmbH von Michaela Reitterer, Hausherrin im Boutique-Hotel Stadthalle und Wiener Vorsitzende der Österreichischen Hoteliersvereinigung (ÖHV). Ihr erstes Haus soll 2008 beim Wiener Westbahnhof eröffnen und 60 bis 100 Zimmer haben. Reitterer rechnet im ersten Jahr mit einer durchschnittlichen Zimmer-Auslastung von 70 Prozent. Innerhalb von drei Jahren soll die Auslastung auf mindestens 80 Prozent übers Jahr verteilt steigen, erwartet sie nach den Erfahrungen der ebenfalls mit Franchisepartnern zuletzt eröffneten Häuser in Basel und Budapest.

Neben der Expansion nach Linz und Graz hat Reitterer durchaus auch Städte in der zentraleuropäischen Nachbarschaft im Visier. Der klassische EasyHotel-Gast sei nicht unbedingt der Low-Cost-Flugpassagier, betonte Reitterer - auch Manager und Kongress-Gäste seien durchaus im Fokus.