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Alles Walzer und Vergnügen für die Jugend

Von Verena Franke

Analysen

Tanzshows im TV | entstauben die alten | Standardtänze. | Manuel Ortega heißt der "Dancing Star 2006". Der Popsänger setzte sich gegen seinen Konkurrenten, den ehemaligen Skispringer Andreas Goldberger, im Finale der Tanzshow durch. Dieses ORF-Format - nach dem englischen Vorbild der BBC "Strictly Come Dancing" - schaffte es immerhin, 1,607 Millionen Zuseher vor dem Fernseher zu bannen. Der traditionelle Gesellschaftstanz, der manchmal als veraltet angesehen wird, erlebt dadurch einen regelrechten Hype.


Tanzgeschichtlich betrachtet konnte der Gesellschaftstanz in jeder Epoche seit seinem Entstehen im 14. und 15. Jahrhundert immer wieder Hochs verzeichnen. Eines der bekanntesten war wohl der Walzer-Boom in der Epoche von Johann Strauß. Und obwohl gerade der Walzer heute oft als altmodisch bezeichnet wird, so hat er in der Fernsehsendung "Dancing Star" eine Neubearbeitung erfahren. Nicht Strauß-Klänge untermalten die dynamischen, modernen Choreografien, sondern bekannte Poplieder. Dies war auch unbedingt notwendig, um gegen die beliebten und wesentlich leidenschaftlicheren lateinamerikanischen Tänze zu bestehen und das Interesse des jungen Publikums zu wecken. Die Tanzschulen werden es dem ORF danken, der somit in diesem Fall auch seinem Erziehungsauftrag ein wenig nachgekommen ist. Ein Beweis dafür, dass verstaubt Geglaubtes im richtigen Format lebendig wird.