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Alltag in der Vorkriegszeit

Von Reinhold Aumaier

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Also Krieg. Höchstwahrscheinlich. Vom Zaun gebrochen von einem "Schurken und einem Feind des Friedens". So Harry Belafonte, der Weltstar und Gutmensch, in "Treffpunkt Kultur". Kurz davor bei CNN der in Noch-Friedesnzeiten wohl berührendste und überzeugendste Politikerauf- bzw. -abtritt: Ex-Minister Robin Cook erklärt im britischen Unterhaus seine Beweggründe für den Rückzug aus seinem derzeitigen Amt. Zuvor brachte die ZiB 2 einen 20-Minuten-Mix aus Information und Kommentar zum leidigen Thema: Völkerrechtler, Nahost-Expertin und gewiefte Korrespondenten sorgten für das, was in dieser Lage nicht die schlechteste Fernsehvariante ist: TV als bebildertes Radio. Man übersah die Hintergrundbilder und hörte, kaum abgelenkt, nur zu. Hier bei uns

. . . geht das Leben seinen alltäglichen Gang. Jeder tut, was er kann und überlebt so auf friedliche Art. Nur die Nachrichten-vermittler, Erste-Hilfe-Menschen und die Karikaturisten werden um einiges inspirierter ans Werk gehen können und müssen. Eine der edelsten unter den spitzen Federn führt Gerhard Haderer. Er war montags zu Gast in "Mahlzeit Burgenland". Hat man um die Mittagsstunde, weil man kocht, isst oder einfach nur entspannen will, keinen Löffel, um eine Radiogeschichte, geballte Information oder sinfonische Klassik zu verdauen, bleibt fast nur die Wahl eines Regionalsenders. Für uns Ostösterreicher ist da diese Sendung mit teils immergrünguter, teils weghörpflichtiger (Schlager-)Musik erster Ansprechpartner. Der Plauderton ist locker, die Mittagsglocken Punkt zwölf lassen wehmütige Erinnerungen an frühere Radiozeiten aufkommen und je nach Gesprächigkeit und Witz des Gastes hat es Moderator Georg Prenner leicht wie unsereins beim harmlos-friedlichen Lauschangriff. Mit dem mundwerklich genau so gekonnt wie handwerklich agierenden Meister Haderer war's am Montag ein Genuss.