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Almunia, Joaquin

Von Martyna Czarnowska

Europaarchiv

Streitpunkte bei der Reform des Stabilitätspaktes räumt auch Joaquin Almunia ein. Optimistisch zeigt er sich dennoch: Eine Einigung bis März sei realistisch. Diese zu erreichen hat sich der EU-Währungskommissar von Anfang an zum Ziel gesetzt.


Für eine "vorsichtige Reform" des Stabilitätspaktes hat sich Joaquin Almunia schon bei seinem Amtsantritt ausgesprochen. Und dieser erfolgte ein halbes Jahr vor dem seiner Kolleginnen und Kollegen in der Brüsseler Behörde. Im April des Vorjahres löste Almunia EU-Währungskommissar Pedro Solbes ab, der Finanzminister der neu gewählten sozialistischen Regierung in Spanien wurde.

Der Stabilitätspakt wird den Sozialisten auch in den kommenden Monaten beschäftigen. Zwar will er an den Grenzwerten von drei Prozent beim Defizit und 60 Prozent bei der Gesamtverschuldung nicht rütteln lassen. Doch bei anderen Fragen zeigt er sich gesprächsbereiter. So lehnte Almunia den Vorschlag Berlins nicht ab, die Lasten der deutschen Wiedervereinigung bei der Schuldenbilanz zu berücksichtigen. Unterstützung für einen neuen "Bewertungskatalog", der vor der Einleitung eines Defizitverfahrens angewandt wird, kommt auch vom luxemburgischen EU-Ratspräsidenten und Vorsitzenden der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker.

Der nun 56-jährige Almunia, der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften studierte, begann seine politische Laufbahn 1974, ein Jahr vor dem Tod des Diktators Francisco Franco. Er engagierte sich in der PSOE-nahen (spanische Sozialisten) Gewerkschaft UGT, bevor er 1979 ins Parlament gewählt wurde. Unter Ministerpräsident Felipe Gonzalez war er in den 80er-Jahren jüngster Minister zuerst für Arbeit, dann für öffentliche Verwaltung.

An der Spitze der PSOE war Joaquin Almunia der Vorgänger des jetzigen Premiers Jose Luis Rodriguez Zapatero. Nach der Wahlniederlage im Jahr 2000 gegen die konservative Volkspartei (PP) trat er von seinem Amt zurück. Almunia ist verheirateter Vater zweier Kinder.