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Alptraum statt Alpentraum

Von Francesco Campagner

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"Was will uns Gott damit sagen?" ist eine der beliebtesten Standardfragen eines jeden Priesters bei der sonntäglichen Predigt. Auch beim Fernsehen ist man als Zuseher des Öfteren geneigt, diese hübsche Floskel zu verwenden - natürlich in abgewandelter Form, denn göttliche Mitteilungen werden wohl nur die wenigsten per TV vernehmen. Was ist etwa die versteckte Botschaft hinter den einzelnen Beiträgen der Sendung "Thema" (Montag, 21.05 Uhr, ORF 2)? Der Bericht über Skiunfälle war jedenfalls leicht zu deuten. Schon zu Beginn vernahm man, dass diejenigen, die über eine private Krankenzusatzversicherung verfügen, den Vorteil genießen, nach einem Skiunfall vom Professor höchstpersönlich operiert zu werden. In diesem Fall war Starchirurg Christian Schenk der Kapazunder, für den Knieoperationen reine Routine darstellen. Für das Fernsehen nahm er sogar seinen kleinen Sohn, ebenfalls im grünen Chirurgenkittel, in den Operationssaal mit. Vielleicht ein Grund, sich nicht privat zu versichern.

Der Beitrag über die Bedrohung einzelner Personen in einem Tiroler Dorf war schon schwerer zu enträtseln. Denn dass ein Psychopath seit Jahren sein Unwesen treibt und für den 2. Februar diverse Morde ankündigt, hinterlässt befremdliche Gefühle. Sind idyllische Tiroler Dörfer doch nicht so verträumt, wie es uns die Fremdenverkehrswerbung seit Jahren zu vermitteln versucht - frei nach dem Motto Alptraum statt Alpentraum? Oder wurde mittels TV versucht, mit dem Täter in Kontakt zu treten? Darüber lässt sich trefflich sinnieren, meint Ihr Francesco Campagner