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Alstom: Mehr Konkurrenz täte allen Mitbewerbern gut

Von Franz Steinbauer aus Tunesien

Wirtschaft

Franzosen wollen auch in Österreich Fuß fassen. | Markt wird von Deutschland aus beobachtet. | Alstom fühlt sich bei Ausschreibungen benachteiligt. | Tunis. Das Management des französischen Transportkonzerns Alstom, der unter anderem den TGV (Train à grande vitesse) baut, hofft, dass der österreichische Markt für Straßenbahnen bald offener wird als bisher. Mehr Konkurrenz täte allen Mitbewerbern gut, sagte Alstom Transport-Chef Phillippe Mellier der "Wiener Zeitung" in Tunis.


Obwohl die Schweiz und Österreich sehr ähnlich seien, habe das französische Unternehmen in den beiden Ländern bei Ausschreibungen für Straßenbahnen unterschiedliche Erfahrungen gemacht. In der Schweiz sei man öfter zum Zug gekommen, Österreich hingegen habe sich bisher als schwieriger Markt erwiesen. "Wir kennen den wahren Grund nicht, aber es wirkt so, als käme als Gewinner einer Ausschreibung hauptsächlich Siemens in Frage", erklärte Mellier.

Bombardier ist global die Nummer eins

Alstom wolle überall auf der Welt präsent sein, daher auch in Österreich, betonte Jean-Noel Debroise, Leiter der Strategieabteilung bei Alstom. Allerdings seien in der Alpenrepublik die beiden Hauptkonkurrenten Bombardier und Siemens sehr stark aufgestellt.

Laut Debroise war in den vergangenen fünf Jahren der kanadisch-deutsche Hersteller Bombardier mit einem Marktanteil von 32 Prozent weltweit die Nummer eins. Alstom ist mit 26 Prozent an zweiter Stelle, Siemens kommt auf 14 Prozent des globalen Kuchens von 3,8 Mrd. Euro und liegt damit auf Rang drei. Der Schweizer Transportkonzern Stadler, der kürzlich den Auftrag für Grazer Straßenbahnen gewonnen hat, kommt immerhin auf sechs Prozent Marktanteil. In Österreich führe Siemens bei den Aufträgen, vor allen aufgrund der Aufträge der Wiener Linien. Bombardier liege an zweiter Stelle und habe unter anderem die Cityrunner-Garnituren für Linz und Innsbruck geliefert, so Debroise.

Ausschreibungen sollen offener werden

Der Markt werde von Deutschland aus beobachtet, sagte Mellier. Man habe sich vorgenommen, in der Alpenrepublik Fuß zu fassen, doch seien die Ausschreibungen oft so eng gefasst gewesen, dass sie auf die Alstom-Züge nicht gepasst hätten. Das wolle man in Zukunft jedenfalls ändern, so Mellier.