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"Alternative Betreiber werden hinaus gedrängt"

Von Konstanze Walther

Wirtschaft

Neuer Entwurf des Telekom-Regulators sorgt für Entsetzen. | Mitbewerber sprechen von einer Re-Monopolisierung. | Wien. Die Aufregung bei den alternativen Telekom-Betreibern ist groß. Denn die Telekom-Regulierungsbehörde RTR hat einen Entwurf vorgelegt, wonach die Preise für Breitband-Internetanschlüsse in den österreichischen Ballungsgebieten dereguliert werden sollen. "Das würde einen weiteren Sprung zur kompletten Rückeroberung des Marktes durch die Telekom Austria bedeuten", erklärt Tele2-Chef Robert Hackl.


Hohe Kosten

Problematisch sind laut den alternativen Anbietern die für sie höheren Kosten: Der österreichische Telekom-Markt sei nur am Papier offen für Alternativbetreiber. Die Telekom Austria sei nicht nur Anbieter von Telefonie- und Internet, sondern zugleich Herrin über sämtliche Leitungen in Österreich. Eine Stellung, die sie ihrer Eigenschaft als ehemaliges Staatsunternehmen (an dem der Staat noch immer 25 Prozent hält) zu verdanken hat. Damit alternative Betreiber die damals auf Staatskosten gebauten Leitungen nutzen können, müssen sie eine monatliche Miete zahlen - im Gegensatz zur Telekom Austria selbst. Diese hat schon im vergangenen Herbst/Winter für Kopfzerbrechen bei den Alternativen gesorgt, als sie ein umstrittenes befristetes Kombi-Paket auf den Markt brachte. Ein Vorgang, der zwar noch von der Wettbewerbsbehörde geprüft wird, aber den Mitbewerbern schon viele Kunden gekostet hat. "Alternative Betreiber werden sukzessive aus dem Markt hinaus gedrängt", klagt auch "3"-Chef Berthold Thoma.

Auch die EU-Kommission hat am Mittwoch die Telekom Austria als "zu dominant" eingestuft.