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Alternativenergie spielt für OMV keine große Rolle

Von Peter Kantor

Wirtschaft

Für die heimische OMV hat Umweltschutz ihrem Selbstverständnis nach hohe Priorität. Das größte österreichische Industrieunternehmen, gleichzeitig führender Erdöl- und Erdgaskonzern in Zentral- und Osteuropa, widmet sich alternativen Energiequellen zwar nur am Rande, versucht aber bei Förderung, Raffinerie und Handel mit den traditionellen Energiequellen internationale Maßstäbe zu setzen.


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Solarenergie gibt es gerade mal bei vier ihrer Tankstellen und auch die Windkraft ist kein (großes) Thema.

Die OMV, größtes österreichisches Industrieunternehmen ist mittlerweile der führende Erdöl- und Erdgaskonzern in Zentral- und Osteuropa, international aber nach wie vor ein Zwerg. Die Weiterentwicklung von Technologien zur Nutzung alternativer Energieressourcen wird anderen, größeren, überlassen, der Fokus der umweltrelevanten Anstrengungen auf die konventionellen Energieträger Erdöl und Erdgas gerichtet.

"Wir bemühen uns in unseren Produktionsprozessen um den Einsatz stetig verbesserter und emissionsmindernder Technologien und um die Entwicklung, Produktion, Einführung und Vermarktung moderner, umweltgerechter Produkte", heißt es in einem Statement des Unternehmens und der Erfolg gibt den Anstrengungen recht.

"Obwohl die EU-Vorgabe erst auf das Jahr 2009 lautete, sind seit 1. Jänner 2004 alle Kraftstoffe auf heimischen OMV Tankstellen schwefelfrei", erklärt Thomas Huemer von der OMV im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Weltweit Erster sei die OMV auch mit der Eröffnung einer

"AdBlue"-Tankstelle im Jahr 2003 in Deutschland gewesen. Diese von der Agro Linz entwickelte Harnstofflösung dient als Zusatz für Dieselfahrzeuge zur Reduktion von Schadstoffemissionen.

Schon im Jahr 2002 gelang der OMV in der Raffinerie Burghausen in Bayern als erster Raffinerie in Deutschland die Produktion von schwefelfreiem Diesel. In Bulgarien setzte man im gleichen Jahr Akzente als erste Tankstellenmarke mit dem Vertrieb von ausschließlich bleifreiem Kraftstoff.

Schließlich gilt auch die Raffinerie Schwechat mit ihren hohen Umweltstandards als eine der modernsten Raffinerien Europas.

Erdgastankstellen seit 1997

Einen Schwerpunkt in den Bemühungen der OMV um umweltschonenden Energieeinsatz stellt der Aufbau eines Erdgastankstellennetzes in Österreich dar. "Im Jahr 1997 haben wir die erste Erdgas-tankstelle (CNG) in Österreich eröffnet, mittlerweile ist aufgrund unseres Erdgastankstellennetzes der problemlose Transit zwischen Italien und Deutschland möglich", erklärt Huemer.

Bis 2005 will die OMV die Zahl ihrer Erdgastankstellen von heute 8 auf 20 erhöhen und damit ihren Beitrag zur besseren Nutzung des umweltschonenderen Kraftstoffs im Land erfüllen. Generell sieht die OMV das Erdgas als eine Primärenergie der Zukunft, die nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich zu nutzen sei.

Umweltschonend wird auch in der Explorations- und Produktionstätigkeit (E&P) in Österreich vorgegangen. Dank modernster Fördertechniken wird etwa auch mitgefördertes Wasser gereinigt und wieder zurückgeleitet.

"Viele Menschen sind erstaunt, wenn sie vom Umfang unserer Fördertätigkeit im Land hören", meint Huemer. Vor allem im Wiener Becken werden rund 40.000 Barrel Öl pro Tag gefördert und damit 10% des österreichischen Rohölbedarfs und gleichsam nebenbei auch 15% des Erdgasbedarfs gedeckt. Im österreichischen E&P-Geschäft beschäftigt die OMV 770 Mitarbeiter. Mit jährlichen Investitionssummen von rund 50 Mill. Euro und zusätzlich geplanten Ausgaben von rund 16 Mill. Euro für reine Explorationstätigkeiten ist das Unternehmen etwa der größte Investor und Arbeitgeber im Weinviertel.

Durch den Einsatz modernster 3D-Seismik wird das Portfolio an neuen Lagerstätten und Satellitenfeldern jedes Jahr sukzessive erweitert. Auf Grund der detaillierten Untertageinformationen erreichen die Explorationsbohrungen der OMV eine Trefferquote von rund 70% - ein Spitzenwert im internationalen Vergleich. So können die bestehenden Reserven in der Regel zu rund zwei Drittel jährlich wieder aufgefüllt werden.

Umweltdienstleistungen

Nicht zuletzt bietet die OMV-Tochter OMV Proterra auch Gesamtlösungen im Bereich der Umweltdienstleistungen an. Auf dem Sektor Consulting, Wasser- und Abfallmanagement stützt man sich sogar auf die führende Marktposition.

Von der Erkundung zur Planung bis zum Betrieb von Umweltanlagen, die als private-public-partnership Modelle geführt werden, stehen über 60 Mitarbeiter aus unterschiedlichen Fachgebieten wie Kulturtechnik und Wasserwirtschaft, Geologie, Ingenieurwesen, Tiefbau und Chemie für den Einsatz bereit. Industrie- und Gewerbeunternehmen zählen ebenso zu den Kunden wie Gemeinden und Behörden.