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Alters-Los: alterslos?

Von István Orbán

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Die erste halbe Stunde des Ö1 Radiokollegs dieser Woche ist dem Thema "Die "jungen" Alten - Strategien für die dritte Lebensphase" gewidmet. Ich hätte (was mir leider nicht vergönnt ist) sehr gerne auch die weiteren Folgen gehört. Denn im montäglichen ersten Teil war von Strategien keine, von Problemen diversester Art im Umgang mit dem Alter (dem eigenen und jenem anderer) dafür umso mehr die Rede.

Das beginnt schon damit, dass man nach Lebensjahren alte Menschen nicht alt nennen darf; das tut man einfach nicht! Also greift man zu Wolkigem und spricht von Best agers/50 oder 60 plus/Senioren (ist schon wieder out)/Silver consumers (ganz Alte sind dann wohl Goldverbraucher)/flotten Oldies (da denk ich eher an gute alte Autos oder an ebensolche Unterhaltungsmusik). Dass wir keine Worte haben, komme daher, dass wir keine Bilder, keine Vorstellung vom Alter haben. Was aber aus mehreren Gründen kein Wunder ist: weil in Österreich sich nur sehr wenige Menschen mit dem eigenen Altwerden beschäftigen (und wenn doch, dann ist ihre Selbstwahrnehmung häufig viel positiver als die Einschätzung Gleichaltriger); und weil wir immer noch eine arbeitszentrische Gesellschaft sind, die vom ständig länger werdenden Leben "danach" keine Vorstellung hat. Wie soll es da Bilder geben außer Zerrbildern - siehe Fernsehwerbung für Pensionsvorsorge?!

Aber da zumindest habe ich Hoffnung: Die Alten werden immer mehr, die Geburtenjahrgänge immer schwächer. Und irgendwann werden wir in die Agenturen zurückkehren und hoffentlich andere Werbung für unsere Altersklasse machen. - Kluge Agenturen könnten schon jetzt damit anfangen.