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Altersmäßig aufgeholt

Von Stefanie Holzer

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Auch wenn sich im Garten noch nichts tut, Gartenfrüchte sind im Fernsehen schon Thema: Einer der letzten "Tatorte" spielte auf dem Münchner Viktualienmarkt, und am Mittwochabend sahen wir auf ORF

2 Deutschlands beliebteste Schauspielerin, Uschi Glas, als Gemüsehändlerin gegen den drohenden Bankrott ihrer Firma kämpfen. Die finanziellen Schwierigkeiten in "Heimlicher Tanz" waren der

Hintergrund für die reichlich peinliche Liebesgeschichte zwischen Uschi Glas und dem vergleichsweise jugendlich ausgefallenen Finanzkontrollor in ihrer Firma.

Als ich mich anschickte "jugendlich" zu sein, wollte ich werden wie Uschi Glas. Nun aber scheint es mir, als hätte ich mein Idol altersmäßig überholt. Ihre Karriere, sie ist 1944 geboren, begann mit

Edgar-Wallace-Filmen und "Winnetou und das Halbblut Apanatschi". Mit · man möchte fast sagen · deutscher Willenskraft arbeitete sie unentwegt und erfolgreich an der Optimierung ihrer Erscheinung, die

sie nun dazu befähigt, appetitliche Omas zu spielen, denen das Leben ein Freispiel gibt. Das finden wir toll! Schade an der ganzen Sache war, dass man unwillkürlich in der Zeitung zu blättern begann,

als die Leidenschaft in diesem deutschen Fernsehfilm losbrach. Die beiden "Schätzchen" kamen so routiniert "zur Sache", wie eine durchschnittliche Marktfrau, die Salatköpfe und Äpfel einpackt. ·

Lieber hätte ich gesehen, wie Uschi Glas Helmut Kohl ihre, wie man hört, substantielle Spende für die CDU übergab. Das wäre vielleicht auch peinlich, aber gewiss spannend gewesen.