Zum Hauptinhalt springen

Am Anfang ist die Unterschrift

Von Simon Rosner

Kommentare

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 11 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Jetzt wehrt sich der Sport. Die Bundessportorganisation mag zwar bisweilen als eine verstaubte Vereinigung gesehen werden, die mangels öffentlicher Auftritte wohl auch nicht viele Österreicher kennen. Aber in der BSO ist eben der gesamte organisierte Sport, die Dachverbände sowie die 60 Fachverbände vom ÖSV bis zum ÖFB, zusammengefasst. Die BSO ist das Dach aller Sporttreibenden in Österreich, und das sind - trotz gegenläufiger Trends - nach wie vor Millionen.

Weil sich immer noch nichts tut, über Jahre nichts getan wurde, und auch nach dem Olympia-Fiasko aus dem Bildungsministerium Aussagen zu hören waren, die man nur so deuten konnte, dass sich auch in Zukunft nichts tun wird, reagiert der organisierte Sport mit der Ankündigung einer Unterschriftenaktion für die tägliche Turnstunde in Kindergarten und Schule. Auf den ersten Blick mag das einem Räuspern gleichkommen, und in der Regel sind Petitionen für Politiker in etwa so bedrohlich wie eine leichte Sommerbrise für ein massives Haus. Doch wenn es der BSO und ihren Proponenten gelingt, 10 Prozent ihrer Mitglieder zu einer Unterschrift zu bewegen, dann hat das schon eine Aussagekraft. Der Schulsport bleibt dann auch medial ein Thema. Und wer weiß, wie sich die Meinung dreht, wenn sich einmal ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel ins Zeug legt, wenn das Thema etwa auch bei der Ski-WM in Schladming, wo das halbe Parlament antanzen wird, noch immer aktuell ist. Die Unterschriftenaktion macht deutlich: Der Leidensdruck im Sport aufgrund der Sportpolitik der vergangenen Jahre ist groß.